Selbst gemachte Gnocchi sind fluffig, weich und in gut 50 Minuten auf dem Tisch. Das Grundrezept braucht nur vier Zutaten: mehlige Kartoffeln, Mehl, Ei und Salz. Das Ergebnis ist weit besser als jede gekaufte Variante – und der Teig gelingt mit ein paar Handgriffen problemlos auch ohne Erfahrung.
Zutaten für Gnocchi
| Zutat | Menge | Hinweise |
|---|---|---|
| mehlige Kartoffeln | 1 kg | z. B. Sorte Bintje oder Laura |
| Weizenmehl Type 405 | 200 g | plus etwas zum Bestäuben |
| Ei | 1 Stück | Größe M |
| Salz | 1 TL | |
| Muskatnuss | 1 Prise | frisch gerieben |
Zubereitung
- Kartoffeln kochen: Die Kartoffeln ungeschält in reichlich Salzwasser aufsetzen und 25 Minuten weich kochen. Dann abgießen, kurz ausdampfen lassen und noch heiß pellen.
- Kartoffeln pressen: Die heißen Kartoffeln durch eine Kartoffelpresse oder eine feine Reibe drücken. Auf keinen Fall mit dem Mixer pürieren — das macht den Teig klebrig und zäh.
- Teig herstellen: Die gepressten Kartoffeln auf einer bemehlten Arbeitsfläche etwas abkühlen lassen (ca. 5 Minuten). Mehl, Ei, Salz und Muskatnuss zugeben. Alles zügig zu einem glatten Teig verkneten — nur so lange wie nötig, bis der Teig zusammenhält.
- Gnocchi formen: Den Teig in mehrere Portionen teilen und jede Portion zu einer fingerdicken Rolle (ca. 2 cm Durchmesser) formen. Mit einem Messer in etwa 2 cm lange Stücke schneiden. Optional: Jedes Stück mit einer Gabel leicht eindrücken, um die typischen Rillen zu erzeugen.
- Gnocchi kochen: Einen großen Topf mit Salzwasser zum Kochen bringen. Die Gnocchi portionsweise hineingeben und kochen, bis sie an die Oberfläche steigen — das dauert etwa 2–3 Minuten. Mit einer Schaumkelle herausheben und sofort servieren oder kurz in Butter schwenken.
Variationen
Das Grundrezept lässt sich auf viele Arten abwandeln. Gnocchi alla Romana werden nicht aus Kartoffeln, sondern aus Hartweizengrieß hergestellt, in Scheiben geschnitten und überbacken. Spinat-Gnocchi bekommen ihre grüne Farbe durch püriertes, gut ausgedrücktes Blattspinat im Teig — der Geschmack bleibt mild. Wer es besonders kräftig mag, reibt geriebenen Parmesan direkt in den Teig.
Bei der Sauce gibt es kaum Grenzen: brauner Butter mit Salbeiblättern (Burro e salvia) ist das schnellste und beliebteste Finish. Wer mehr möchte, kombiniert die Gnocchi mit einer Sauce Bolognese oder einer einfachen Tomaten-Sahne-Sauce. Wer gerne weitere Teigwaren selbst herstellt, findet auf rezept.biz auch ein Rezept für Pasta selber machen.
Die Herkunft der Gnocchi
Gnocchi sind eine der ältesten Pastagerichte Italiens. In der Antike wurden ähnliche Klößchen aus Hartweizengrieß, Eiern und Käse zubereitet. Die heute bekannte Version mit Kartoffeln entstand erst, nachdem die Kartoffel im 16. Jahrhundert aus Amerika nach Europa gelangte — und sich im Laufe des 17. Jahrhunderts als Grundnahrungsmittel etablierte.
Besonders in Venetien und Friaul wurden Kartoffelgnocchi zur Alltagsspeise, da Kartoffeln günstiger und zugänglicher waren als Weizenmehl. Bis heute gelten sie in Norditalien als Hausmannskost. In Südamerika — vor allem in Argentinien und Uruguay — brachten italienische Einwanderer die Gnocchi mit. Dort ist es Tradition, am 29. jeden Monats Gnocchi zu essen und Geldscheine unter den Teller zu legen, um Glück und Wohlstand anzuziehen.
Welche Kartoffeln eignen sich am besten für Gnocchi?
Am besten eignen sich mehligkochende Sorten wie Bintje, Laura oder Adretta. Sie enthalten wenig Wasser und viel Stärke, wodurch der Teig weniger Mehl braucht und die Gnocchi leichter werden. Festkochende Kartoffeln ergeben einen klebrigen, schweren Teig.
Warum wird mein Gnocchiteig nicht fest?
Das häufigste Problem ist zu viel Feuchtigkeit in den Kartoffeln. Kartoffeln nach dem Kochen gut ausdampfen lassen und noch heiß pressen — das lässt Dampf entweichen. Wer den Teig erst kalt verarbeitet, riskiert einen weichen, klebrigen Teig. Notfalls etwas mehr Mehl zugeben, aber sparsam — zu viel Mehl macht die Gnocchi hart.
Welche Fehler werden häufig bei der Zubereitung gemacht?
Drei Fehler passieren besonders oft: Erstens das Pürieren der Kartoffeln mit dem Mixer statt einer Presse — das baut zu viel Gluten auf und ergibt zähe Gnocchi. Zweitens zu langes Kneten des Teigs. Drittens zu kalte Kartoffeln, die mehr Mehl aufsaugen und die Gnocchi schwerer machen.
Ist es besser, Gnocchi in der Pfanne zu braten oder zu kochen?
Beides funktioniert. Kochen ist die traditionelle Methode und ergibt weiche, zarte Gnocchi. Wer sie nach dem Kochen kurz in heißer Butter anbrät, bekommt eine leicht knusprige Außenseite mit weichem Kern — besonders beliebt als Beilage. Direkt rohe Gnocchi in der Pfanne zu braten funktioniert ebenfalls, dauert aber etwas länger.
Kann ich Gnocchi einfrieren?
Ja. Die geformten, ungekochten Gnocchi auf einem bemehlten Blech einzeln einfrieren, bis sie fest sind, dann in einen Gefrierbeutel umfüllen. Haltbarkeit: bis zu 2 Monate. Direkt aus dem Gefrierfach in kochendes Salzwasser geben — sie brauchen dann 1–2 Minuten länger als frische.
Wie lange halten sich selbst gemachte Gnocchi?
Im Kühlschrank halten sich ungekochte Gnocchi auf einem bemehlten Teller abgedeckt etwa 1 Tag. Gekochte Gnocchi sind im Kühlschrank 2 Tage haltbar, sollten aber vor dem Servieren in Butter aufgewärmt werden. Für längere Lagerung empfiehlt sich das Einfrieren.
Sind Gnocchi gesünder als Pasta?
Das lässt sich nicht pauschal sagen. Gnocchi bestehen hauptsächlich aus Kartoffeln und enthalten weniger Protein als Pasta, dafür aber Kalium und Vitamin C aus den Kartoffeln. Der Kaloriengehalt ist ähnlich. Entscheidend ist eher die Sauce: eine schwere Sahnesauce macht aus jedem Grundprodukt eine kalorienreiche Mahlzeit.