
Semmelknödel sind das bayerische und österreichische Rezept für übrig gebliebene Brötchen vom Vortag. Mit Milch, Eiern, Zwiebeln und Petersilie werden daraus luftige Knödel, die in siedendem Salzwasser gegart werden. Sie passen zu Gulasch, Braten, Pilzsoße – und sind eigentlich aus der süddeutschen Küche nicht wegzudenken.
Zutaten für Semmelknödel
| Zutat | Menge | Hinweise |
|---|---|---|
| altbackene Brötchen (Semmeln) | 8 Stück | vom Vortag, ca. 400 g |
| Milch | 200 ml | heiß |
| Eier | 2 Stück | Größe M |
| Zwiebel | 1 Stück | fein gewürfelt |
| Petersilie | 0.5 Bund | fein gehackt |
| Butter | 30 g | |
| Salz | 1 TL | |
| Muskatnuss | 0.5 TL | frisch gerieben |
| Salz | für das Kochwasser |
Zubereitung
- Semmeln würfeln und einweichen: Die Brötchen in gleichmäßige Würfel von ca. 1,5 cm schneiden und in eine große Schüssel geben. Die Milch erhitzen (nicht kochen) und gleichmäßig über die Semmelwürfel gießen. 15–20 Minuten quellen lassen, bis alle Würfel die Flüssigkeit aufgenommen haben.
- Zwiebeln anschwitzen: Butter in einer kleinen Pfanne erhitzen. Zwiebel dazugeben und bei mittlerer Hitze 5–6 Minuten glasig dünsten, ohne dass sie Farbe annimmt. Petersilie dazugeben, kurz mitdünsten, dann vom Herd nehmen und etwas abkühlen lassen.
- Masse formen: Eier, die Zwiebel-Petersilien-Mischung, Salz und Muskat zu den eingeweichten Semmeln geben. Alles gut vermengen – zuerst mit einem Löffel, dann kurz mit den Händen durchkneten. Die Masse soll zusammenhalten, aber nicht zu fest sein. Falls sie zu feucht wirkt: etwas Semmelbrösel einarbeiten. Falls zu trocken: ein weiteres Ei oder etwas Milch dazugeben.
- Knödel formen: Mit leicht angefeuchteten Händen Knödel von etwa 7–8 cm Durchmesser formen. Nicht zu fest drücken – das macht die Knödel kompakt statt fluffig. Die Masse ergibt 8–10 Knödel.
- Im Salzwasser garen: Einen großen Topf mit Salzwasser zum Sieden bringen – nicht zum vollen Kochen, nur leicht wallend. Knödel vorsichtig einlegen und 20–25 Minuten ohne Deckel im siedenden Wasser ziehen lassen. Wenn sie nach oben steigen und sich leicht anfühlen, sind sie fertig.
- Aus dem Wasser heben und servieren: Knödel mit einer Schaumkelle herausnehmen, kurz abtropfen lassen und sofort servieren. Wer sie aufbewahren möchte, legt sie auf ein leicht geöltes Brett.
Wozu passen Semmelknödel?
Semmelknödel sind die ideale Beilage zu allem, was Soße hat – ein deftiges Wiener Saftgulasch ist die bekannteste Kombination. Pilzsoße, Schweinebraten, Sauerbraten – der Knödel saugt die Sauce auf und macht jedes Gericht runder. Als Hauptgang funktionieren Semmelknödel auch mit gebräunter Butter und Petersilie.
Was tun mit alten Brötchen?
Semmelknödel sind die ehrlichste Verwertung von altem Brot – und eines der besten Resteverwertungsrezepte überhaupt. Wer regelmäßig backt, legt übrig gebliebene Semmeln einfach auf eine Schneidebrett und lässt sie ein, zwei Tage an der Luft trocknen. Je trockener die Semmeln, desto besser nehmen sie die Milch auf – und desto luftiger werden die Knödel.
Variationen
Tiroler Speckknödel: Gewürfelten Speck in der Butter mit anbraten und zur Masse geben – ergibt herzhaftere Knödel. Käseknödel: Geriebener Bergkäse in die Masse, dazu etwas weniger Petersilie. In der Folie gegart: Wer besonders runde Knödel möchte, wickelt die geformten Knödel in Klarsichtfolie und dann in Alufolie – dann im siedenden Wasser garen; sie behalten perfekt die Form. Gebraten: Übrig gebliebene Knödel am nächsten Tag in Scheiben schneiden und in Butter kross braten – genauso lecker wie frisch.
Wie kocht man Semmelknödel richtig?
Das Wasser darf beim Garen nur leicht sieden – nicht sprudelnd kochen. Starkes Kochen lässt die Knödel auseinanderfallen. Die Knödel werden ohne Deckel 20–25 Minuten im Wasser gezogen, bis sie aufschwimmen und sich leicht anfühlen.
Wie bekommt man Semmelknödel fluffig?
Drei Faktoren sind entscheidend: (1) Die Semmeln müssen wirklich altbacken sein – frische Brötchen ergeben kompakte Knödel. (2) Die Masse nicht zu fest kneten. (3) Die Knödel im siedenden, nicht kochenden Wasser garen. Wer die Knödel zu stark zusammendrückt oder in sprudelndem Wasser kocht, bekommt Bleiknödel.
Was kann man bei Semmelknödeln falsch machen?
Die häufigsten Fehler: Zu frische Brötchen verwenden (zu wenig Biss, zu feucht), die Masse zu fest kneten (ergibt gummige Knödel), das Wasser zu stark kochen lassen (Knödel zerfallen), oder die Knödel zu früh herausnehmen (innen noch roh).
Wie lange müssen Knödel ziehen?
Semmelknödel brauchen 20–25 Minuten im siedenden Salzwasser. Ein sicheres Zeichen: Sie steigen an die Oberfläche und fühlen sich beim Herausnehmen leicht an. Wer unsicher ist, kann einen Knödel anschneiden – er muss innen gleichmäßig durchgegart sein, ohne feuchte Stellen.
Kann man Semmelknödel vorbereiten?
Ja – die Knödelmasse kann einige Stunden vorher zubereitet und im Kühlschrank aufbewahrt werden. Die geformten Knödel kann man auch roh für 1–2 Stunden im Kühlschrank lagern. Fertig gegarte Knödel lassen sich aufwärmen: in etwas Salzwasser kurz erwärmen oder in Scheiben schneiden und in Butter anbraten.
Kann man Semmelknödel einfrieren?
Ja – fertig gegarte Knödel auf Raumtemperatur abkühlen lassen, dann einzeln einfrieren. Zum Auftauen direkt aus dem Gefrierfach in siedendes Salzwasser geben und 10–15 Minuten erwärmen.