Scheiterhaufen ist ein süßer Brotauflauf aus der österreichischen und altbayerischen Küche, der aus altbackenen Semmeln, Äpfeln und einer Milch-Ei-Masse gebacken wird. Das Gericht hat bäuerliche Wurzeln: Altes Brot, das sonst weggeworfen würde, wird zu einer sättigenden Mehlspeise. Warm mit Vanillesauce serviert ist er ein echtes Wohlfühlgericht für die ganze Familie.
Zutaten für den Scheiterhaufen
| Zutat | Menge | Hinweise |
|---|---|---|
| Semmeln | 250 g | altbacken, vom Vortag |
| Vollmilch | 400 ml | |
| Eier | 3 Stück | Größe M |
| Zucker | 80 g | |
| Vanillezucker | 1 Pck. | |
| Salz | 1 Prise | |
| Äpfel | 3 Stück | säuerlich, z. B. Boskoop, ca. 400 g |
| Zimt | 1 TL | gemahlen |
| Zitronenschale | 1 TL | abgerieben, Bio |
| Rosinen | 2 EL | optional |
| Rum | 2 EL | optional, für Kinder weglassen |
| Butter | zum Ausfetten der Form | |
| Semmelbrösel | zum Ausstreuen | |
| Staubzucker (Puderzucker) | zum Bestreuen |
Für die Schneehaube (optional)
| Zutat | Menge | Hinweise |
|---|---|---|
| Eiweiß | 2 Stück | |
| Zucker | 60 g | fein |
Zubereitung
- Rosinen einweichen: Falls Rosinen verwendet werden: Rosinen in Rum (oder warmem Wasser) einweichen und beiseitestellen.
- Semmeln schneiden: Semmeln in etwa 1 cm dicke Scheiben schneiden. Besonders trockene Semmeln können kurz in Wasser oder Milch angefeuchtet werden.
- Milchmasse anrühren: Milch, Eier, Zucker, Vanillezucker und eine Prise Salz in einer großen Schüssel gründlich verquirlen.
- Äpfel vorbereiten: Äpfel schälen, vierteln, entkernen und in dünne Scheiben schneiden. Mit Zimt, Zitronenschale und (abgetropften) Rosinen vermengen.
- Ofen vorheizen: Den Backofen auf 180 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Eine Auflaufform (ca. 20×30 cm) mit Butter ausstreichen und mit Semmelbröseln ausstreuen.
- Auflauf schichten: Semmelscheiben einzeln in die Milchmasse tauchen und kurz einweichen lassen. Abwechselnd eine Lage getränkte Semmeln und eine Lage Apfelmischung in die Form schichten. Mit einer Schicht Semmeln abschließen.
- Einziehen lassen: Restliche Milchmasse gleichmäßig über den Auflauf gießen. 10 Minuten stehen lassen, damit die Semmeln die Flüssigkeit aufnehmen. Wer mag, drückt die oberste Schicht leicht an.
- Backen: Den Auflauf im vorgeheizten Ofen 35–40 Minuten backen, bis er goldbraun und vollständig gestockt ist.
- Schneehaube aufsetzen (optional): Für die traditionelle Schneehaube: Eiweiß mit dem Zucker zu steifem Schnee schlagen. Den Auflauf kurz aus dem Ofen nehmen, Schnee gleichmäßig aufstreichen und bei 200 °C weitere 8–10 Minuten überbacken, bis der Schnee leicht gebräunt ist.
- Servieren: Scheiterhaufen mit Staubzucker bestäuben und warm servieren. Dazu passt Vanillesauce, Schlagobers (Schlagsahne) oder ein Fruchtkompott.
Variationen
Das Grundrezept lässt sich auf viele Arten abwandeln. Wer statt Semmeln Brioche oder Milchstriezel verwendet, bekommt einen besonders reichen und weichen Auflauf — ideal, wenn das Brot noch nicht ganz so trocken ist. Anstelle von Äpfeln passen auch Zwetschgen, Marillen (Aprikosen), Birnen oder Kirschen hervorragend, je nach Saison.
Eine weitere Möglichkeit: gehobelte Mandeln zwischen den Schichten sorgen für Biss und ein nussiges Aroma. Wer es etwas herzhafter liebt, kann den Zucker reduzieren und stattdessen mehr Zimt und eine Prise Kardamom einsetzen.
Der Scheiterhaufen ist eng verwandt mit dem schwäbischen Ofenschlupfer — ebenfalls ein altbackener Brotauflauf mit Äpfeln. Wer österreichische Mehlspeisen liebt, sollte auch unseren Kaiserschmarn oder die Salzburger Nockerln ausprobieren.
Herkunft und Geschichte
Der Name Scheiterhaufen leitet sich von der Schichtweise ab: Die Brotscheiben werden wie Holzscheite aufeinandergestapelt. Entstanden ist das Gericht in der bäuerlichen Küche Österreichs, Altbayerns und Südtirols — als typisches Resteessen, das nichts verkommen ließ. Ähnliche Gerichte existieren in der tschechischen Küche als Žemlovka und in der slowakischen als Žemľovka.
Die Schneehaube, die in der Festtagsvariante auf den Auflauf gesetzt wird, ist ein Merkmal der Wiener Mehlspeisküche, die das einfache Bauernessen zur feinen Tischspeise erhob. Heute findet man den Scheiterhaufen sowohl in Gasthäusern als auch auf bäuerlichen Festen in der gesamten Alpenregion.
Was ist Scheiterhaufen für ein Gericht?
Scheiterhaufen ist ein süßer Brotauflauf aus der österreichischen und altbayerischen Küche. Er besteht aus altbackenen Semmeln oder Weißbrot, Äpfeln und einer Milch-Ei-Masse und wird im Ofen gebacken. Der Name kommt von der geschichteten Bauweise, die an einen Holzstapel (Scheithaufen) erinnert.
Welches Brot eignet sich am besten für Scheiterhaufen?
Am besten eignen sich altbackene Semmeln oder Weißbrot vom Vortag, die schon etwas ausgetrocknet sind. Auch Brioche oder Milchstriezel funktionieren gut und ergeben einen besonders weichen Auflauf. Frisches Brot ist weniger geeignet, da es die Milchmasse nicht gut aufnimmt und zu matschig wird.
Welche Äpfel sind am besten für Scheiterhaufen?
Säuerliche Äpfelsorten wie Boskoop, Braeburn oder Elstar eignen sich besonders gut, da sie beim Backen ihren Biss behalten und einen schönen Kontrast zur süßen Milchmasse bilden. Süßere Sorten wie Golden Delicious werden beim Backen schnell zu weich.
Kann ich Scheiterhaufen vorbereiten?
Ja. Den Auflauf kann man abends schichten, mit der Milchmasse übergießen und über Nacht zugedeckt im Kühlschrank stehen lassen. Am nächsten Tag direkt aus dem Kühlschrank in den vorgeheizten Ofen schieben — die Backzeit verlängert sich um etwa 5–10 Minuten.
Wie lange hält sich Scheiterhaufen und wie wird er aufgewärmt?
Abgekühlter Scheiterhaufen hält sich zugedeckt im Kühlschrank 2–3 Tage. Zum Aufwärmen eignet sich der Backofen bei 160 °C (ca. 10–15 Minuten) oder die Mikrowelle (portionsweise). Die Schneehaube verliert beim Lagern allerdings ihre Konsistenz.
Was passt als Beilage zum Scheiterhaufen?
Die häufigste Beilage ist Vanillesauce — warm darübergegossen macht sie den Auflauf besonders saftig. Auch Schlagobers (Schlagsahne), ein fruchtiges Kompott aus Zwetschgen oder Kirschen oder einfach etwas Puderzucker passen hervorragend dazu.
Ist Scheiterhaufen dasselbe wie Ofenschlupfer?
Die beiden Gerichte sind sehr ähnlich und aus der gleichen Tradition des süddeutschen und österreichischen Brotauflaufs entstanden. Der Ofenschlupfer ist die schwäbische Variante, während Scheiterhaufen der österreichisch-bayerische Name ist. Der Hauptunterschied liegt oft in der Würzung und darin, ob eine Schneehaube aufgesetzt wird.