Mairübchen Rezept

Glasierte Mairübchen in Butter mit einem Hauch Zucker und Weißwein — zart, süßlich und in 15 Minuten fertig. Das Frühlingsgemüse, das nur wenige Wochen im Jahr Saison hat, verdient einen Platz auf jedem Teller.

Zutaten für glasierte Mairübchen

Zutaten für Portionen

ZutatMengeHinweise
Mairübchen600 ggeputzt
Butter2 EL
Puderzucker1 ELoder feiner Zucker
trockener Weißwein100 mloder Gemüsebrühe
Zitronensaft1 TLfrisch gepresst
Salz und Pfeffernach Geschmack
Kerbel2 ELfrisch gehackt, alternativ Schnittlauch

Zubereitung

  1. Mairübchen vorbereiten: Die Mairübchen gründlich waschen. Kleine Exemplare ganz lassen, größere halbieren oder vierteln — alle Stücke sollten ungefähr gleich groß sein. Bei sehr jungen Mairübchen kann die zarte Schale dranbleiben, ältere Exemplare dünn schälen. Die Blätter aufheben — sie sind essbar und schmecken ähnlich wie Rucola.
  2. Glasieren: Die Butter mit dem Puderzucker in einem weiten Topf oder einer Pfanne bei mittlerer Hitze schmelzen, bis der Zucker leicht karamellisiert. Die Mairübchen dazugeben und unter Rühren 2 Minuten anschwitzen.
  3. Garen: Den Weißwein angießen, leicht salzen und pfeffern. Bei mittlerer Hitze offen 6–8 Minuten schmoren, bis die Mairübchen bissfest sind und die Flüssigkeit zu einer glasigen Sauce eingekocht ist. Gelegentlich schwenken, damit die Rübchen gleichmäßig Farbe annehmen.
  4. Servieren: Den Zitronensaft einrühren — die Säure hebt die Süße hervor. Mit frischem Kerbel oder Schnittlauch bestreut sofort servieren. Die aufgehobenen Blätter können roh als Garnitur darüber gestreut werden.

Variationen

Mairübchen mit Ingwer: Zum Glasieren ein daumengroßes Stück fein gewürfelten Ingwer in der Butter mitdünsten. Die Schärfe des Ingwers kontrastiert wunderbar mit der milden Süße der Rübchen.

Mairübchen-Suppe: Die glasierten Rübchen mit 500 ml Gemüsebrühe aufgießen, weich kochen und pürieren. Mit einem Schuss Sahne verfeinern — eine der feinsten Frühlingssuppen überhaupt.

Roh als Salat: Junge Mairübchen in hauchdünne Scheiben hobeln und mit einem Dressing aus Zitronensaft, Olivenöl, Honig und Meersalz anmachen. Die Blätter als Salatgrün verwenden.

Aus dem Ofen: Die halbierten Rübchen mit Olivenöl und Thymian bei 200 °C 20–25 Minuten rösten, bis die Schnittflächen goldbraun und karamellisiert sind.

Das flüchtige Frühlingsgemüse

Mairübchen tragen ihren Namen zurecht: Sie werden im zeitigen Frühjahr gesät und sind im Mai erntereif. Ihre Saison ist kurz — bis Ende Juni sind sie erhältlich, danach verschwinden sie bis zum nächsten Frühling. Diese Flüchtigkeit macht sie zu einem der begehrtesten Saisongemüse.

Die Mairübe (Brassica rapa subsp. rapa) ist eine der ältesten Kulturpflanzen Europas. Schon die Römer und Griechen bauten Speiserüben an und verbreiteten sie in ganz Europa. Im Mittelalter war die Rübe eines der wichtigsten Grundnahrungsmittel — bis die Kartoffel sie im 18. Jahrhundert verdrängte.

Eine berühmte Verwandte ist das Teltower Rübchen aus Brandenburg, das im 18. und 19. Jahrhundert als Delikatesse galt. Goethe ließ sich Teltower Rübchen nach Weimar schicken, und Napoleon soll sie so geschätzt haben, dass er sie sich sogar nach Paris liefern ließ.

In Frankreich heißen die Rübchen Navets und gehören bis heute zum festen Repertoire der gehobenen Küche. In Deutschland wurden sie lange als Arme-Leute-Essen verschmäht — erst die Bewegung um alte Gemüsesorten und regionale Küche hat ihnen seit den 2000er-Jahren ein verdientes Comeback beschert.


Kann man Mairübchen roh essen?

Ja, junge Mairübchen schmecken roh mild, leicht süß und knackig — ähnlich wie ein milder Kohlrabi. In dünne Scheiben gehobelt eignen sie sich hervorragend für Salate. Auch die Blätter sind roh essbar und schmecken leicht scharf, ähnlich wie Rucola. Nur bei älteren, größeren Rübchen mit dicker Schale empfiehlt sich das Schälen, da die Schale dann faserig und bitter schmecken kann.


Wie gesund sind Mairübchen?

Mairübchen sind kalorienarm (ca. 28 kcal pro 100 g) und liefern Vitamin C, Folsäure und Kalium. Sie gehören wie Brokkoli und Kohlrabi zu den Kreuzblütlern, die für ihre gesundheitsfördernden Glucosinolate bekannt sind. Dank ihres hohen Wassergehalts und der Ballaststoffe sind sie besonders bekömmlich und sättigend bei wenig Kalorien.


Sind Mairübchen und Rettich das Gleiche?

Nein, obwohl beide Wurzelgemüse sind, gehören sie zu unterschiedlichen Gattungen. Mairübchen (Brassica rapa) sind eine Zuchtform der Speiserübe und verwandt mit Kohlrabi und Chinakohl. Rettich (Raphanus sativus) gehört zu einer anderen Gattung innerhalb der Kreuzblütler. Im Geschmack unterscheiden sie sich deutlich: Mairübchen sind mild und süßlich, Rettich scharf und würzig.


Wann haben Mairübchen Saison?

Die Saison für Mairübchen läuft von Mai bis Ende Juni — deutlich kürzer als bei den meisten anderen Gemüsesorten. Sie werden im zeitigen Frühjahr gesät und sind nach nur 6–8 Wochen erntereif. Auf Wochenmärkten und in gut sortierten Bioläden findet man sie in dieser kurzen Zeit. Vorräte anlegen lohnt sich: Mairübchen lassen sich blanchiert und portioniert einfrieren.