
Rhabarberkompott ist die schönste Begrüßung des Frühlings: zart-säuerlich, fruchtig-aromatisch und in unter 30 Minuten fertig. Dieses Rezept macht aus frischem Rhabarber mit Vanille und einem Hauch Zitrone ein samtiges Kompott, das zu Milchreis, Joghurt, Pfannkuchen oder Eis passt. Mit Einkochen lässt es sich monatelang haltbar machen.
Zutaten für Rhabarberkompott
| Zutat | Menge | Hinweise |
|---|---|---|
| Rhabarber | 1 kg | frisch, Blätter entfernt |
| Zucker | 160 g | nach Geschmack mehr oder weniger |
| Vanilleschote | 1 Stück | oder 2 Päckchen Vanillezucker |
| Wasser | 50 ml | |
| Zitrone | 1 Stück | nur die abgeriebene Schale, Bio-Qualität |
Zubereitung
- Rhabarber vorbereiten: Den Rhabarber gründlich waschen. Die Blätter und die trockenen Enden abschneiden und entsorgen – die Blätter sind giftig und dürfen nie verzehrt werden. Die Stangen in etwa 2 cm lange Stücke schneiden. Grüner Rhabarber muss nicht geschält werden; bei sehr alten, dicken Stangen kann es sinnvoll sein, die Fäden abzuziehen.
- Ziehen lassen: Die Rhabarberstücke in einen Topf geben und mit dem Zucker bestreuen. Alles gut vermengen und 15 bis 30 Minuten stehen lassen. In dieser Zeit zieht der Zucker Flüssigkeit aus dem Rhabarber – das macht das Kompott aromatischer und saftiger.
- Vanille vorbereiten: Die Vanilleschote der Länge nach aufschneiden und das Mark mit einem Messer herausschaben. Mark und Schote zum Rhabarber geben. Wer Vanillezucker verwendet, gibt ihn einfach zum Zucker.
- Aufkochen: Das Wasser und die abgeriebene Zitronenschale dazugeben. Alles unter gelegentlichem Rühren bei mittlerer Hitze zum Kochen bringen.
- Köcheln und fertigstellen: Die Hitze reduzieren und das Kompott 10 bis 15 Minuten sanft köcheln lassen, bis der Rhabarber weich ist und beginnt zu zerfallen. Wer Stücke im Kompott behalten möchte, nimmt es nach 8 bis 10 Minuten vom Herd. Abschmecken – wer es säuerlicher mag, lässt den Zucker weg; wer es süßer möchte, gibt noch einen Löffel Zucker dazu. Vanilleschote entfernen.
- Servieren oder abfüllen: Das Kompott heiß in sterilisierte Schraubgläser füllen und fest verschließen – so ist es bis zu 4 Wochen im Kühlschrank haltbar. Alternativ abkühlen lassen und direkt genießen.
Womit passt Rhabarberkompott?
Rhabarberkompott ist ein Multitalent in der Küche. Als Topping auf einem Milchreis ist die Kombination aus cremigem Reis und säuerlichem Kompott kaum zu übertreffen. Genauso gut passt es zu Naturjoghurt, Quark, Grießbrei oder Pfannkuchen. Ein Klecks Rhabarberkompott neben einer Kugel Vanilleeis macht aus einem einfachen Dessert etwas Besonderes.
Wer Rhabarber auch beim Backen verarbeiten möchte, findet in unserem Rhabarberkuchen eine weitere leckere Möglichkeit, die Frühjahrsstangen zu verwerten. Für eine herzhafte Kombination lohnt sich auch das Servieren neben Dampfnudeln – ein Duo, das in Bayern seit Generationen beliebt ist.
Variationen
Rhabarberkompott mit Erdbeeren: Die beliebteste Abwandlung – einfach 300 bis 400 g geputzte Erdbeeren in den letzten 5 Minuten der Kochzeit dazugeben. Die Erdbeeren mildern die Säure des Rhabarbers und geben dem Kompott eine schöne rote Farbe.
Rhabarberkompott mit Ingwer: Wer es würziger mag, reibt etwa 1 cm frischen Ingwer hinein. Der Ingwer passt gut zur Fruchtsäure des Rhabarbers und gibt dem Kompott eine angenehme Schärfe.
Rhabarberkompott mit Orangensaft: Statt Wasser einen Schuss frisch gepressten Orangensaft verwenden. Das gibt dem Kompott eine fruchtige Note und reduziert gleichzeitig den Zuckerbedarf, da die Süße der Orange ausgleicht.
Rhabarberkompott ohne Zucker: Für eine zuckerfreie Variante Apfelsaft oder Birnendicksaft als Süßungsmittel verwenden. Die Menge nach Geschmack anpassen – die Säure bleibt auch ohne raffinierten Zucker gut balanciert.
Rhabarberkompott einkochen: Für die Wintervorräte das heiße Kompott in sterilisierte Gläser abfüllen, fest verschließen und kopfüber abkühlen lassen. Im Einkochtopf bei 90 Grad 20 Minuten sterilisieren – so hält es bis zu einem Jahr ungekühlt.
6 Tipps für das beste Rhabarberkompott
1. Zucker vorab mischen: Das 15- bis 30-minütige Ziehen lassen mit dem Zucker ist kein optionaler Schritt. In dieser Zeit löst Osmose einen Teil der Flüssigkeit aus dem Rhabarber – das Ergebnis ist ein intensiveres Aroma und ein weniger wässriges Kompott.
2. Weniger Wasser ist mehr: Rhabarber enthält viel Eigenwasser. Wer zu viel Flüssigkeit hinzugibt, bekommt ein dünnes Kompott. 50 ml reichen völlig aus; wer das Kompott noch fester mag, lässt das Wasser ganz weg.
3. Nicht zu lange kochen: Rhabarber zerfällt schnell. Wer ein Kompott mit noch erkennbaren Stücken möchte, nimmt es schon nach 8 bis 10 Minuten vom Herd. Für ein glattes Mus ruhig länger köcheln lassen.
4. Säure gezielt regulieren: Roter Rhabarber ist von Natur aus etwas milder, grüner Rhabarber kräftig-sauer. Je nach Sorte die Zuckermenge anpassen – lieber weniger zugeben und am Ende nachwürzen.
5. Gläser richtig sterilisieren: Wer das Kompott haltbar machen will, muss die Gläser vorher sterilisieren. Einfach 10 Minuten in kochendem Wasser auskochen oder im Backofen bei 120 Grad 15 Minuten erhitzen.
6. Vanilleschote mehrfach nutzen: Die ausgekratzte Vanilleschote nach dem Kochen nicht wegwerfen. Gut abspülen, trocknen lassen und in Zucker einlegen – so entsteht hausgemachter Vanillezucker.
Die Geschichte des Rhabarbers
Rhabarber ist eines der faszinierendsten Lebensmittel der Kulturgeschichte. Botanisch ist er ein Gemüse – genauer ein Stielgemüse der Gattung Rheum – wird aber seit Jahrhunderten wie Obst verwendet. Dieser Widerspruch macht ihn einzigartig.
Seine Reise nach Europa führte über die Seidenstraße: Als „Türkischer Rhabarber“ erreichte er im 14. Jahrhundert die Mittelmeerhäfen und galt lange als teures Luxusgut, das wie ein Gewürz gehandelt wurde. Die hohen Preise hatten einen Grund: Die getrocknete Wurzel des Medizinalrhabarbers galt in der chinesischen und europäischen Heilkunde als wirksames Abführmittel und Verdauungsmittel.
Den kulinarischen Durchbruch erlebte Rhabarber erst im 18. und frühen 19. Jahrhundert, als Zucker erschwinglich wurde. In England war er um 1820 bereits in breiten Bevölkerungsschichten beliebt – der säuerliche Geschmack ließ sich mit günstigem Zucker angenehm balancieren. In Deutschland etablierte sich die Rhabarberstange als eines der ersten Frühjahrsgemüse überhaupt: Die Erntesaison beginnt bereits im April und endet traditionell um den Johannistag am 24. Juni – wer danach erntet, setzt die Pflanze zu stark unter Stress.
Wichtig: Die großen, herzförmigen Blätter des Rhabarbers enthalten hohe Konzentrationen an Oxalsäure und sind giftig. Nur die Stiele werden verzehrt.
Fun Facts
Rhabarber hat rechtlich gesehen eine interessante Geschichte in den USA: 1947 entschied ein US-Zollgericht, Rhabarber als Frucht einzustufen – weil er zu diesem Zeitpunkt fast ausschließlich süß zubereitet wurde und als Frucht geringere Importzölle anfielen. Botanisch bleibt er natürlich ein Gemüse.
In Yorkshire, England, liegt das sogenannte Rhabarberdreieck (Rhubarb Triangle) – ein kleines Anbaugebiet, das im Winter Treibhausrhabarber produziert. Die Stangen wachsen dort bei Kerzenlicht in beheizten Scheunen, was ihnen einen besonders zarten, süßen Geschmack gibt. Dieses Verfahren hat sogar eine EU-Herkunftsbezeichnung.
Wie lange muss Rhabarberkompott gekocht werden?
Rhabarberkompott braucht nach dem Aufkochen nur noch 10 bis 15 Minuten bei niedriger Hitze. Wer Stücke im Kompott behalten möchte, nimmt es schon nach 8 bis 10 Minuten vom Herd. Wer ein weiches, fast puriertes Kompott möchte, lässt es bis zu 20 Minuten köcheln. Länger ist nicht nötig – zu langes Kochen macht das Kompott wässrig und nimmt ihm das frische Aroma.
Muss ich Rhabarber vor dem Kochen schälen?
Bei frischem, jungem Rhabarber ist das Schälen nicht nötig. Die Haut ist zart genug und zerfällt beim Kochen. Nur bei älteren, sehr dicken Stangen mit ausgeprägten Fäden lohnt es sich, diese Fäden abzuziehen – ähnlich wie bei Stangensellerie. Grüner Rhabarber hat eine etwas festere Haut als roter, schmeckt aber genauso gut.
Was kann man zu Rhabarberkompott essen?
Rhabarberkompott passt hervorragend zu Milchreis, Grießbrei, Joghurt, Quark und Pfannkuchen. Auch zu Vanilleeis ist die Kombination aus sauer und süß ein Genuss. In Bayern ist Rhabarberkompott als Beilage zu Dampfnudeln sehr beliebt. Wer es herzhafter mag: Ein Löffel Rhabarberkompott passt überraschend gut zu gebratenem Entenfleisch oder hellem Geflügel.
Wie lange ist selbst gemachtes Rhabarberkompott haltbar?
Im Kühlschrank hält sich Rhabarberkompott problemlos 3 bis 4 Wochen, wenn es heiß in sterilisierte Schraubgläser abgefüllt und fest verschlossen wurde. Im Einkochtopf sterilisiert hält es sogar bis zu einem Jahr ungekühlt. Eingefroren ist es bis zu 12 Monate haltbar – am besten in kleinen Portionsportionen einfrieren, damit man nur so viel auftaut wie nötig.
Warum gibt es kein Rhabarberkompott mehr zu kaufen?
Im Supermarkt ist Rhabarberkompott tatsächlich kaum noch zu finden – das hat mehrere Gründe: Rhabarber ist saisonal (nur April bis Juni) und lässt sich schlechter standardisieren als andere Früchte. Außerdem ist frischer Rhabarber sehr günstig und leicht verarbeitbar, weshalb viele Menschen ihn lieber selbst kochen. Selbst gemachtes Rhabarberkompott ist zudem deutlich aromatischer als industriell hergestelltes.
Wie bereite ich Rhabarber richtig zu?
Rhabarber waschen, die Enden abschneiden und die Blätter entfernen – sie sind giftig und dürfen nicht verzehrt werden. Die Stangen in 2 cm lange Stücke schneiden. Junge Stangen müssen nicht geschält werden. Vor dem Kochen mit Zucker vermischen und 15 bis 30 Minuten ziehen lassen, damit Flüssigkeit austritt. Dann mit wenig Wasser und Vanille aufkochen und köcheln lassen.
Kann ich Rhabarberkompott einfrieren?
Ja, Rhabarberkompott lässt sich sehr gut einfrieren. Am besten vollständig abkühlen lassen, dann in Gefrierbeutel oder -dosen portionieren und einfrieren. Es hält sich tiefgekühlt bis zu 12 Monate. Zum Auftauen einfach über Nacht in den Kühlschrank stellen oder bei niedriger Hitze erwärmen. Die Konsistenz verändert sich durch das Einfrieren kaum, da das Kompott ohnehin weiches Fruchtfleisch hat.