Dieser vegane Karottenkuchen kommt ohne Ei und ohne Butter aus und wird trotzdem richtig saftig. Sojajoghurt und Öl übernehmen die Aufgabe der Eier, geraspelte Karotten bringen Feuchtigkeit und eine dezente Süße mit. Zimt, Ingwer und geröstete Walnüsse geben dem Dinkelteig Tiefe, das cremige Frosting aus veganem Frischkäse rundet ihn ab. Gebacken wird in einer Springform von 20 Zentimetern, das ergibt zwölf ordentliche Stücke.
Zutaten für veganen Karottenkuchen
Für den Teig
| Zutat | Menge | Hinweise |
|---|---|---|
| Karotten | 300 g | fein geraspelt |
| Dinkelmehl | 250 g | Type 630 |
| Sojajoghurt | 200 g | natur, ungesüßt |
| Rohrohrzucker | 150 g | |
| Rapsöl | 120 ml | neutral im Geschmack |
| Walnusskerne | 100 g | grob gehackt |
| Zimt | 2 TL | gemahlen |
| Ingwer | 0,5 TL | gemahlen |
| Backpulver | 2 TL | |
| Natron | 1 TL | |
| Apfelessig | 1 TL | |
| Vanilleextrakt | 1 TL | |
| Salz | 1 Prise |
Für das Frosting
| Zutat | Menge | Hinweise |
|---|---|---|
| veganer Frischkäse | 300 g | gut gekühlt |
| Puderzucker | 100 g | gesiebt |
| vegane Butter | 80 g | zimmerwarm |
| Zitronensaft | 1 TL | |
| Vanille | 1 Prise | gemahlen |
Zubereitung
- Ofen und Form vorbereiten: Den Backofen auf 180 Grad Ober- und Unterhitze vorheizen. Den Boden einer Springform mit 20 Zentimetern Durchmesser mit Backpapier auslegen, den Rand dünn einfetten.
- Karotten raspeln: Die Karotten schälen und auf der feinen Seite der Reibe raspeln. Feine Raspel lösen sich beim Backen fast vollständig auf und geben ihre Feuchtigkeit an den Teig ab, grobe Stücke bleiben dagegen als Fasern spürbar. Die Karotten nicht ausdrücken, ihr Saft wird im Teig gebraucht.
- Trockene Zutaten mischen: Dinkelmehl, Backpulver, Natron, Zimt, Ingwer und Salz in einer großen Schüssel gründlich verrühren. Die Gewürze so früh einzuarbeiten sorgt dafür, dass sie sich gleichmäßig verteilen.
- Feuchte Zutaten verrühren: Sojajoghurt, Zucker, Rapsöl, Apfelessig und Vanilleextrakt in einer zweiten Schüssel glatt rühren, bis sich der Zucker weitgehend gelöst hat.
- Teig zusammenführen: Die feuchte Mischung zu den trockenen Zutaten geben und nur so lange rühren, bis keine Mehlnester mehr zu sehen sind. Wer jetzt zu lange rührt, entwickelt zu viel Kleber im Dinkelmehl und der Kuchen wird zäh.
- Karotten und Nüsse unterheben: Karottenraspel und gehackte Walnüsse mit einem Teigschaber unterheben. Der Teig ist dick und lässt sich nicht gießen, das ist richtig so.
- Backen: Den Teig in die Form füllen, glatt streichen und auf der mittleren Schiene 45 bis 50 Minuten backen. Ab Minute 45 die Stäbchenprobe machen: Bleibt am Holzstäbchen noch feuchter Teig hängen, weitere fünf Minuten backen. Wird die Oberfläche vorher zu dunkel, den Kuchen locker mit Alufolie abdecken.
- Auskühlen lassen: Den Kuchen zehn Minuten in der Form ruhen lassen, dann den Rand lösen und den Kuchen auf einem Gitter vollständig auskühlen lassen. Das dauert etwa zwei Stunden. Auf einem noch warmen Boden zerläuft jedes Frosting.
- Frosting aufschlagen: Vegane Butter mit Puderzucker und Vanille hell und cremig aufschlagen. Dann den gekühlten Frischkäse und den Zitronensaft zugeben und nur noch kurz unterrühren. Langes Schlagen macht veganen Frischkäse flüssig.
- Kuchen fertigstellen: Das Frosting auf dem ausgekühlten Kuchen verstreichen und den Kuchen mindestens eine Stunde kalt stellen. Vor dem Servieren etwa 20 Minuten bei Raumtemperatur stehen lassen, dann kommt das Aroma besser zur Geltung.
Warum der Kuchen ohne Ei saftig wird
In einem gewöhnlichen Rührteig binden Eier die Zutaten und halten Feuchtigkeit im Gebäck. Diese Aufgabe übernehmen hier drei Bausteine zugleich. Der Sojajoghurt liefert Protein und Wasser und sorgt für eine weiche Krume. Das Öl bleibt anders als Butter auch im Kühlschrank flüssig, deshalb schmeckt ein Ölkuchen selbst am dritten Tag noch saftig. Die Karotten geben während des Backens nach und nach Wasser ab und halten den Teig feucht.
Für die Lockerung arbeiten Backpulver und Natron zusammen. Natron braucht eine Säure, um zu reagieren, und die kommt hier aus Sojajoghurt und Apfelessig. Wer den Essig weglässt, bekommt einen etwas flacheren Kuchen. Schmecken tut man ihn im fertigen Gebäck nicht.
Variationen
Statt Walnüssen passen Pekannüsse oder gehobelte Mandeln. Wer Nüsse ganz weglassen möchte, ersetzt sie durch 80 Gramm gemahlene Mandeln im Teig oder durch die gleiche Menge Sonnenblumenkerne. Ganz ohne Ersatz wird der Kuchen etwas weicher.
Eine Handvoll Rosinen oder gehackte getrocknete Aprikosen, kurz in Orangensaft eingeweicht, bringen zusätzliche Süße und passen gut zum Zimt. Ein Teelöffel abgeriebene Orangenschale im Teig verstärkt diese Richtung.
Wer den Kuchen für viele Gäste braucht, verdoppelt die Menge und backt sie auf einem Blech von 30 mal 40 Zentimetern. Die Backzeit sinkt dann auf etwa 30 bis 35 Minuten, weil der Teig flacher liegt.
Soll es schneller gehen, lässt sich das Frosting durch einen dünnen Guss aus 150 Gramm Puderzucker und zwei bis drei Esslöffeln Zitronensaft ersetzen. Das ist die Variante, die der Schweizer Rüblikuchen traditionell trägt. Wer lieber die nicht vegane Version mit Ei und Frischkäse backen möchte, findet sie in unserem Karottenkuchen Rezept.
Die Geschichte des Karottenkuchens
Karotten wurden lange als Süßungsmittel eingesetzt, weil Zucker teuer und schwer zu bekommen war. Aus dieser Praxis entstanden die Karottenpuddings, die viele Lebensmittelhistoriker als Vorläufer des heutigen Kuchens ansehen. Ein englisches Rezept von 1591 für einen gefüllten Karottenwurzel-Pudding enthielt bereits viele Bausteine des modernen Gebäcks: Fett, Trockenfrüchte, Gewürze und geriebene Karotte.
Auch die französische Küche kannte das Gebäck früh. Antoine Beauvilliers, ehemals Koch am Hof Ludwigs XVI., veröffentlichte 1814 in seinem Werk L’art du cuisinier ein Rezept für einen Gâteau de Carottes, das 1824 in einer Londoner englischen Ausgabe erschien.
In der Schweiz entwickelte sich daraus die Rüeblitorte, die vermutlich aus dem Aargau stammt. Das älteste gedruckte Schweizer Rezept findet sich in einem Aargauer Rezeptbuch von 1892. Sie wird mit gemahlenen Mandeln oder Haselnüssen gebacken und traditionell mit Marzipankarotten verziert.
Populär wurde der Kuchen in Großbritannien während des Zweiten Weltkriegs, als Zucker rationiert war und die Regierung den Verzehr von Karotten bewarb. Ab den 1960er Jahren verbreitete sich das Gebäck von dort aus und wurde in den Vereinigten Staaten als Carrot Cake mit Frischkäsehaube zum Kaffeehaus-Standard. In den Niederlanden gibt es mit der Worteltaart eine eigene Lesart, die neben Karotten weiteres Obst und Zimt enthält und statt Mandeln Walnüsse verwendet.
Fun Facts
In den Vereinigten Staaten wird seit 2012 jedes Jahr am 3. Februar der National Carrot Cake Day gefeiert. Brasilien begeht am selben Datum seinen eigenen Karottenkuchentag, dort allerdings für den bolo de cenoura, der mit Schokoladenguss statt mit Frosting serviert wird.
Ein Detail, das den amerikanischen Carrot Cake von vielen anderen Rührkuchen unterscheidet, ist die Verwendung von neutralem Öl statt Butter. Genau dieser Umstand macht das Rezept so leicht in eine vegane Version zu übersetzen: Der wichtigste Fettbaustein war ohnehin nie tierisch.
Wer den Geschmack lieber trinkt als isst, findet die Idee auch als Carrot Cake Milkshake wieder.
Warum wird mein veganer Karottenkuchen trocken?
Meist liegt es an zu langer Backzeit oder an ausgedrückten Karotten. Die Raspel sollen ihre Feuchtigkeit im Teig lassen. Machen Sie ab Minute 45 die Stäbchenprobe und nehmen Sie den Kuchen heraus, sobald nur noch wenige feuchte Krümel am Stäbchen haften. Zu viel Mehl durch ungenaues Abmessen ist die zweithäufigste Ursache, wiegen Sie es deshalb ab, statt es mit der Tasse zu portionieren.
Kann ich statt Dinkelmehl Weizenmehl nehmen?
Ja, Weizenmehl Type 405 oder 550 funktioniert eins zu eins. Dinkelmehl nimmt etwas mehr Flüssigkeit auf und schmeckt leicht nussig, deshalb passt es gut zu den Walnüssen. Bei Vollkornmehl sollten Sie zwei bis drei Esslöffel Pflanzendrink zusätzlich einrühren, weil die Schalenanteile mehr Wasser binden.
Womit kann ich den Sojajoghurt ersetzen?
Jeder ungesüßte Pflanzenjoghurt eignet sich, etwa auf Hafer-, Kokos- oder Mandelbasis. Wichtig ist, dass er natur und nicht gesüßt ist. Alternativ funktionieren 200 Gramm Apfelmark, dann fällt der Kuchen etwas süßer und eine Spur weicher aus.
Wie wird das vegane Frosting fest genug?
Veganer Frischkäse enthält mehr Wasser als das Milchprodukt und wird beim Schlagen schnell flüssig. Drei Dinge helfen: den Frischkäse gut gekühlt verarbeiten, die vegane Butter zuerst mit dem Puderzucker aufschlagen und den Frischkäse erst zum Schluss kurz unterrühren. Ist die Masse trotzdem zu weich, stellen Sie sie 30 Minuten kalt, bevor Sie sie aufstreichen.
Kann ich den Kuchen ohne Nüsse backen?
Ja. Ersetzen Sie die Walnüsse durch 80 Gramm gemahlene Mandeln, Sonnenblumenkerne oder Haferflocken. Ganz ohne Ersatz funktioniert das Rezept ebenfalls, die Krume wird dann etwas weicher und der Kuchen sinkt in der Mitte leichter ein.
Wie lange hält sich der Kuchen?
Mit Frosting hält er sich abgedeckt im Kühlschrank drei bis vier Tage. Ohne Frosting bleibt der Boden bei Raumtemperatur in einer gut schließenden Dose etwa drei Tage saftig. Wie bei der Schweizer Rüeblitorte schmeckt er am zweiten Tag oft besser als frisch gebacken, weil die Gewürze durchziehen.
Lässt sich veganer Karottenkuchen einfrieren?
Der Boden ja, das Frosting besser nicht. Frieren Sie den ausgekühlten Kuchen ohne Haube in Stücken ein, dort hält er sich etwa drei Monate. Zum Auftauen über Nacht in den Kühlschrank legen und das Frosting frisch zubereiten.
Kann ich den Zucker reduzieren?
Sie können auf 120 Gramm heruntergehen, ohne dass die Struktur leidet. Weiter sollten Sie nicht kürzen, weil Zucker im Rührteig auch Feuchtigkeit bindet und den Kuchen weich hält. Ein Teil lässt sich durch Ahornsirup oder Apfeldicksaft ersetzen, dann reduzieren Sie den Sojajoghurt um etwa zwei Esslöffel.
Muss ich die Karotten vorher garen?
Nein. Roh geraspelte Karotten garen im Teig mit und geben dabei ihre Feuchtigkeit ab. Gekochte Karotten würden zu viel Wasser mitbringen und den Teig schwer machen. Achten Sie nur darauf, fest und frisch aussehende Karotten zu verwenden, weiche Exemplare haben bereits Saft verloren.
Welche Springform passt zu diesem Rezept?
Die Menge ist auf 20 Zentimeter Durchmesser ausgelegt und ergibt einen hohen Kuchen. In einer Form mit 24 Zentimetern wird er flacher, backen Sie ihn dann etwa 35 bis 40 Minuten. Für eine Kastenform von 30 Zentimetern Länge funktioniert die Menge ebenfalls, dort dauert es rund 55 Minuten.