Rettichsalat ist eine erfrischende, knackige Beilage aus der deutschen Küche – in Bayern gehört er zur Brotzeit wie das Bier zum Wirtshaus. Frisch gehobelter Weißrettich wird mit Salz entwässert, ausgedrückt und dann mit einem cremigen Joghurt-Dressing verfeinert. Das Ergebnis ist mild-würzig, leicht säuerlich und in wenigen Minuten auf dem Tisch.

Zutaten für Rettichsalat

Zutaten für Portionen

ZutatMengeHinweise
Weißrettich500 gfrisch und fest
Salz1 TLzum Einsalzen
Naturjoghurt100 g3,5% Fett
Sahne3 EL
Apfelessig2 EL
Rapsöl1 EL
Zucker1 TL
Weißer Pfeffernach Geschmack
Salzzum Abschmecken
Schnittlauch0.5 Bund

Zubereitung

  1. Rettich vorbereiten: Den Rettich gründlich waschen, schälen und mit einem Gemüsehobel oder einer groben Reibe in dünne Scheiben oder Streifen raspeln. Je feiner der Rettich gehobelt wird, desto zarter wird der fertige Salat. Wer keinen Hobel hat, kann auch eine Küchenreibe mit großen Löchern verwenden.
  2. Einsalzen und ziehen lassen: Den gehobelten Rettich in eine große Schüssel geben und gleichmäßig mit 1 TL Salz bestreuen. Gut durchmischen und mindestens 30 Minuten stehen lassen. Das Salz entzieht dem Rettich einen Großteil des Wassers und mildert gleichzeitig die Schärfe spürbar.
  3. Ausdrücken: Nach der Ruhezeit den Rettich portionsweise in ein sauberes Küchentuch wickeln und das ausgetretene Wasser kräftig ausdrücken. Alternativ in einem feinen Sieb mit den Händen fest zusammendrücken. Je trockener der Rettich ist, desto besser nimmt er das Dressing auf und läuft nicht wässrig aus.
  4. Dressing anrühren: Naturjoghurt, Sahne, Apfelessig, Rapsöl und Zucker in einer kleinen Schüssel mit einem Schneebesen glatt rühren. Mit weißem Pfeffer und nach Bedarf einer Prise Salz abschmecken. Das Dressing sollte angenehm säuerlich und leicht cremig sein.
  5. Vermengen und anrichten: Den ausgedrückten Rettich mit dem Joghurt-Dressing vermengen und alles gut durchmischen. Schnittlauch in feine Röllchen schneiden und unterheben. Den fertigen Salat nochmals abschmecken und sofort servieren – oder noch 10 bis 15 Minuten im Kühlschrank durchziehen lassen, damit sich die Aromen entfalten können.

Variationen

Rettichsalat ist ein vielseitiger Begleiter, der sich mit wenigen Handgriffen abwandeln lässt. Mit Apfel und Walnüssen wird er fruchtig-nussig: Einfach einen geschälten, geriebenen Apfel untermischen und eine Handvoll grob gehackte Walnusskerne darüberstreuen. Das gibt Biss und eine angenehme Süße, die die Schärfe des Rettichs ausgleicht.

Für eine herzhafte Variante mit Speck gibt es in Bayern eine bewährte Tradition: Gewürfelter Räucherspeck wird in der Pfanne knusprig ausgelassen, mit Weißweinessig abgelöscht und das noch heiße Dressing direkt über den rohen Rettich gegossen. Das Fett zieht sofort ein und macht den Salat besonders aromatisch.

Eine frische, leichtere Alternative ist der Rettichsalat mit Möhre: Etwa 100 g grob geraspelte Möhre unter den fertig dressierten Rettich heben – das bringt Farbe, eine milde Süße und zusätzliche Nährstoffe. Wer es asiatisch mag, ergänzt stattdessen Daikon (japanischen Weißrettich) mit Sesamöl, Reisessig und ein wenig frischer Chilischote für eine leicht pikante Note.

Zur bayerischen Brotzeit passt Rettichsalat hervorragend neben unserem Obazda oder einem cremigen Zaziki. Als herzhafte Beilage zu gegrilltem Fleisch macht auch unser Pellkartoffelsalat eine gute Figur.

Welcher Rettich eignet sich am besten?

Nicht jeder Rettich ist gleich – und die Sortenwahl entscheidet maßgeblich über Schärfe, Textur und Geschmack des fertigen Salats.

Weißer Sommerrettich (März bis September) ist die beste Wahl für einen milden, knackigen Rettichsalat. Er ist zart, saftig und hat eine angenehme, nicht zu aggressive Schärfe. Genau dieser Rettich wird im Rezept oben verwendet.

Schwarzer Winterrettich (Oktober bis Februar) ist deutlich schärfer und fester. Er braucht eine längere Einsalzzeit von mindestens einer Stunde, damit die Schärfe nachlässt. Das Ergebnis ist intensiver im Geschmack und passt besonders gut zu fettigeren Speisen wie Schmorfleisch oder Speck.

Daikon, der japanische Weißrettich, ist im Vergleich zu heimischen Sorten sehr groß und relativ mild. Er enthält viel Wasser und eignet sich hervorragend für asiatisch inspirierte Varianten mit Sesamöl und Reisessig. In Deutschland ist er in Asia-Märkten und zunehmend auch im Supermarkt erhältlich.

Radieschen sind botanisch eng mit dem Rettich verwandt und können im Notfall für einen milderen Salat verwendet werden – sie brauchen deutlich weniger Einwirkzeit und müssen nicht unbedingt ausgedrückt werden.

Einkauf-Tipp: Ein frischer Rettich fühlt sich fest und schwer an, die Schale ist glatt und unbeschädigt. Schlaffe oder weiche Stellen deuten auf mangelnde Frische hin. Im Gemüsefach des Kühlschranks lassen sich frische Rettiche bis zu einer Woche aufbewahren – am besten ungewaschen und in einem feuchten Tuch eingewickelt.

Ist Rettichsalat gesund?

Rettich ist eines der kalorienärmsten Gemüse überhaupt: Mit gerade einmal 15 Kilokalorien pro 100 Gramm ist er die ideale Grundlage für leichte Beilagen. Gleichzeitig liefert er überraschend viele Nährstoffe.

Besonders hervorzuheben ist der hohe Vitamin-C-Gehalt – 100 g Rettich decken rund ein Drittel des täglichen Bedarfs. Dazu kommen Kalium, Magnesium und Ballaststoffe, die die Verdauung unterstützen.

Das charakteristische Schärfearoma stammt von Senfölen (Senfölglykosiden), die im Körper in schwefelhaltige Verbindungen umgewandelt werden. Diese wirken antibakteriell, regen die Gallenproduktion an und können Erkältungssymptome lindern. Kein Wunder, dass der ausgepresste Saft des gesalzenen Rettichs mit Honig als traditionelles Hausmittel gegen Husten gilt.

Die Ballaststoffe im Rettich machen satt, fördern eine gesunde Darmflora und stabilisieren den Blutzucker. Rettichsalat ist damit nicht nur lecker, sondern auch ein echter Nährstoff-Lieferant.

Der Radi – eine bayerische Legende

In Bayern hat der Rettich Kultstatus. Als „Radi“ ist er ein fester Bestandteil der Brotzeit-Kultur – dünn gehobelt, eingesalzen und zum Bier gereicht, am besten auf einem Wirtshaus-Biergarten-Tisch unter einer Kastanie. Dieses schlichte Gericht hat Generationen überdauert.

Das Werkzeug dafür heißt Radihobel: ein spezieller Spiralhobel, der den Rettich in einen einzigen langen, gedrehten Streifen verwandelt. Das sogenannte „Radi-Rüssl“ – der spiralförmig gehobelte Rettich an einem hölzernen Stab – ist ein unverkennbares Bild der bayerischen Biergartenkultur. Die Zubereitung ist simpel: Hobeln, einsalzen, etwas ziehen lassen – fertig ist das älteste Fast Food Bayerns.

Interessant ist, dass Rettich und Radieschen botanisch identische Varietäten derselben Art sind (Raphanus sativus). Die bekannte Trennlinie ist eher eine kulinarische Konvention: Was groß ist, heißt Rettich – was klein ist, Radieschen.


Wie kann ich die Schärfe des Rettichs reduzieren?

Der wirksamste Trick ist das Einsalzen: Den gehobelten Rettich großzügig salzen, 30 bis 60 Minuten stehen lassen und das ausgetretene Wasser dann gründlich ausdrücken. Mit dem Wasser geht ein Großteil der scharfen Senföle verloren. Zusätzlich mildert ein cremiges Joghurt- oder Sahne-Dressing die Restschärfe deutlich. Wer schwarzen Winterrettich verwendet, sollte die Einwirkzeit auf mindestens eine Stunde ausdehnen.

Wie lange muss Rettich eingesalzen werden?

Bei weißem Sommerrettich reichen 30 Minuten Einwirkzeit. Schwarzer Winterrettich ist deutlich schärfer und sollte mindestens 60 Minuten gesalzen werden, damit er weicher und milder wird. Grundregel: Je schärfer der Rettich schmeckt, desto länger darf er mit dem Salz ziehen.

Wie lange ist Rettichsalat haltbar?

Frisch zubereiteter Rettichsalat hält sich im Kühlschrank bis zu 2 Tage, wenn er gut abgedeckt aufbewahrt wird. Da das Dressing mit der Zeit Flüssigkeit zieht, empfiehlt es sich, den Salat vor dem Servieren kurz umzurühren und gegebenenfalls nochmals abzuschmecken. Nach dem zweiten Tag verliert er deutlich an Knackigkeit.

Kann man Rettichsalat am Vortag zubereiten?

Ja, mit einem kleinen Trick: Den Rettich am Vortag einsalzen, ausdrücken und kühl lagern – das Dressing aber erst kurz vor dem Servieren untermischen. So bleibt der Rettich knackig und das Dressing wird nicht zu wässrig. Wer alles bereits vermischt, sollte den Salat am nächsten Tag vor dem Servieren gut abtropfen und erneut abschmecken.

Ist Rettichsalat vegan?

Das Grundrezept mit Joghurt und Sahne ist vegetarisch, aber nicht vegan. Für eine vegane Variante lässt sich der Joghurt durch pflanzlichen Sojajoghurt und die Sahne durch Hafersahne oder Kokosmilch ersetzen. Apfelessig und Rapsöl sind von Haus aus vegan und bleiben unverändert.

Was passt gut zu Rettichsalat?

Rettichsalat ist eine vielseitige Beilage. Zur bayerischen Brotzeit passt er neben Obazda, Leberkäse, Laugenbrezeln oder deftigem Brot. Als Beilage harmoniert er mit gegrilltem Fleisch, Bratwurst oder Fisch. Wer ihn leichter mag, serviert ihn zusammen mit einem Eisbergsalat mit cremigem Dressing als frisches Salatbuffet.

Was ist der Unterschied zwischen Rettich und Radieschen?

Botanisch gesehen sind beide Varietäten derselben Art (Raphanus sativus). Der Unterschied ist vor allem eine Frage der Größe und Reifezeit: Radieschen sind klein, rund und werden jung geerntet. Rettiche sind größer, länger und benötigen mehr Wachstumszeit. Im Geschmack sind Radieschen milder – großer Winterrettich dagegen deutlich schärfer.

Welche Kräuter passen in Rettichsalat?

Am klassischsten ist Schnittlauch, der eine leichte Zwiebelaromatik mitbringt. Sehr gut passen auch glatte oder krause Petersilie sowie frischer Dill, der dem Salat eine leichte Frische verleiht. Wer es asiatisch mag, verwendet stattdessen frischen Koriander. Alle Kräuter sollten erst kurz vor dem Servieren untergehoben werden, damit sie nicht welken.

Warum wird der Rettich nach dem Einsalzen so viel kleiner?

Das ist die Osmose in Aktion: Das Salz entzieht den Zellen des Rettichs durch die Zellmembran Wasser. Aus 500 g frisch gehobeltem Rettich werden nach dem Einsalzen und Ausdrücken oft nur noch 250 bis 300 g. Das ist vollkommen normal – das ausgetretene Wasser enthält die meisten Schärfestoffe und sollte weggeschüttet werden.