Der Lady Killer ist ein fruchtiger Gin-Cocktail, der Apricot Brandy, Cointreau sowie Ananas- und Maracujasaft zu einem tropischen Longdrink vereint. Die leuchtend goldgelbe Farbe macht ihn schon optisch zum Blickfang – und der erste Schluck bestätigt den Eindruck. Das Rezept stammt aus den 1980er-Jahren und ist bis heute eine feste Größe in der Cocktailkultur. Der Name ist eine Warnung: so leicht wie er schmeckt, so wirkungsvoll ist er.
Zutaten für den Lady Killer Cocktail
| Zutat | Menge | Hinweise |
|---|---|---|
| Gin | 3 cl | |
| Cointreau | 1.5 cl | |
| Apricot Brandy | 1.5 cl | |
| Ananassaft | 6 cl | |
| Maracujasaft | 6 cl | |
| Eiswürfel | 5 Stück | |
| Eiswürfel | 2 Stück | |
| Orange | 1 Scheibe | |
| Cocktailkirsche | 1 Stück |
Zubereitung
- Shaker vorbereiten: Fülle einen Cocktail-Shaker mit 5–6 Eiswürfeln. Das Eis kühlt die Zutaten beim Schütteln schnell auf die ideale Serviertemperatur.
- Spirituosen einfüllen: Gib Gin, Cointreau und Apricot Brandy über das Eis in den Shaker.
- Säfte dazugeben: Füge Ananassaft und Maracujasaft hinzu. Achte darauf, dass die Säfte gekühlt sind – das Ergebnis wird deutlich aromatischer.
- Kräftig shaken: Verschließe den Shaker fest und schüttle ihn 15–20 Sekunden kräftig. Das ist länger als man denkt – aber notwendig, damit sich alle Aromen verbinden und der Drink richtig kalt wird.
- Einschenken: Lege 2–3 frische Eiswürfel in ein Longdrinkglas und seihe den Cocktail durch das eingebaute Sieb oder ein Barsieb darüber ab. Das Eis aus dem Shaker bleibt zurück.
- Garnieren und servieren: Spieße eine Orangenscheibe und eine Cocktailkirsche auf einen Cocktailpicker und lege ihn auf das Glas. Mit einem Strohhalm servieren.
Variationen
Der Lady Killer ist ein Rezept mit Spielraum. Wer Cointreau durch Triple Sec ersetzt, spart deutlich Geld ohne den Charakter des Drinks zu verändern – Triple Sec ist süßer und günstiger, spielt aber dieselbe Rolle als Orangen-Likör. Umgekehrt ist der Unterschied zu Grand Marnier (Cognac-Basis statt Neutralalkohol) gut zu schmecken: mehr Tiefe, etwas weniger Frische.
Statt Maracujasaft funktioniert auch Passionsfrucht-Nektar sehr gut, solange er nicht zu stark gesüßt ist. Wer die Säure betonen möchte, gibt einen Spritzer frischen Zitronensaft dazu – das macht den Lady Killer straffer und weniger süß.
Für eine alkoholfreie Version kann der Gin durch Seedlip Spice 94 ersetzt werden, Cointreau durch Orangensirup und Apricot Brandy durch Pfirsich-Sirup. Das Ergebnis ist fruchtig und tropisch – ohne Alkohol, aber mit vollem Geschmack.
Wer verwandte Drinks kennenlernen möchte: Der Paradise Cocktail teilt die Kombi aus Gin, Apricot Brandy und Fruchtsaft, ist aber trockener. Der White Lady arbeitet ebenfalls mit Gin und Cointreau, verzichtet aber auf die tropischen Säfte und ist dadurch deutlich kräftiger.
Profi-Tipps für den perfekten Lady Killer
Apricot Brandy macht den Unterschied. Günstige Varianten sind oft eindimensional süß und nach künstlicher Aprikose. Ein hochwertiger Bols Apricot Brandy oder Marie Brizard Apry bringt eine echte Fruchtiefe, die den Cocktail auf eine andere Ebene hebt.
Frische Säfte statt Fertigware. Frisch gepresster Ananassaft und pürierte Maracuja aus der Frucht sind geschmacklich deutlich komplexer als Tetrapack-Varianten. Wer das einmal probiert hat, kehrt nicht mehr zur Flasche zurück.
Das Glas vorher kühlen. Ein kurzer Aufenthalt im Gefrierschrank (5 Minuten) macht aus einem guten Lady Killer einen sehr guten: Das eiskalte Glas hält den Drink länger frisch und sorgt für das typische Schwitzen des Glases, das jeden Cocktail einladend aussehen lässt.
Wirklich shaken, nicht rühren. Der Lady Killer enthält Fruchtsäfte – er gehört in den Shaker, nicht ins Rührglas. Das Schütteln emulgiert die Säfte mit den Spirituosen und erzeugt eine leicht schaumige Textur, die beim Rühren verloren geht. Ähnliches gilt für den Gin Sour, der ebenfalls auf die Shaker-Methode setzt.
Die Geschichte des Lady Killer Cocktails
Der Lady Killer wurde im Jahr 1984 von Barkeeper Peter Roth kreiert – und das mit sofortigem Erfolg: Roth arbeitete in der legendären Kronenhalle Bar in Zürich und entwickelte den Cocktail eigens für einen nationalen Barkeeper-Wettbewerb, den er damit gewann.
Die Kronenhalle ist seit 1924 eine Institution der Züricher Stadtgesellschaft. Picasso, Chagall und Giacometti gingen ein und aus, die Originalgemälde hängen noch heute an den Wänden. Hinter der Bar entstanden hier über Jahrzehnte Drinks, die es über die Schweiz hinaus bekannt wurden – der Lady Killer ist einer von ihnen.
Der Name ist bewusst zweideutig: Ein Lady Killer bezeichnet im Englischen einen charmanten Mann, der Frauen um den Finger wickelt – der Cocktail tut dasselbe. Er schmeckt leichter als er ist, der hohe Fruchtanteil verdeckt geschickt den Alkohol. Wer ihn das erste Mal trinkt, unterschätzt ihn oft. Wer ihn kennt, weiß Bescheid.
Wie schmeckt ein Lady Killer Cocktail?
Der Lady Killer schmeckt fruchtig-süß mit klarer Maracuja- und Ananas-Note. Darunter liegt die würzige Basis des Gins, ergänzt durch die Orangen-Frische des Cointreaus und die sanfte Pfirsich-Tiefe des Apricot Brandys. Trotz des Alkoholgehalts wirkt der Drink erstaunlich leicht und zugänglich – was ihn gleichzeitig tückisch macht.
In was für einem Glas wird ein Lady Killer Cocktail serviert?
Der Lady Killer wird klassisch in einem Longdrinkglas (auch Highball-Glas) mit frischen Eiswürfeln serviert. Alternativ funktioniert ein großer Tumbler oder ein sogenanntes Fancy-Glas mit Crushed Ice. Wichtig ist vor allem: Das Glas sollte groß genug sein, damit das Eis den Drink nicht sofort verwässert.
Was ist Apricot Brandy und kann ich ihn ersetzen?
Apricot Brandy ist ein süßer Aprikosen-Likör auf Basis von Neutralalkohol oder Weinbrand, angereichert mit Aprikosenaroma und gesüßt. Er hat eine goldgelbe Farbe und einen intensiv-fruchtigen Geschmack. Bekannte Marken sind Bols, Marie Brizard (Apry) und De Kuyper. Als Ersatz eignet sich im Notfall Pfirsichlikör (z.B. Peach Schnapps), der Geschmack verändert sich aber spürbar.
Welcher Gin eignet sich am besten für den Lady Killer?
Am besten funktioniert ein klassischer London Dry Gin wie Tanqueray, Beefeater oder Gordon’s. Die klare Würze und die Wacholdernote setzen sich gegen die Fruchtsüße durch und geben dem Cocktail Rückgrat. Stark florale New-Western-Gins (z.B. Hendrick’s mit Gurke und Rose) verändern das Geschmacksbild spürbar – können aber interessante Varianten ergeben.
Kann ich den Lady Killer Cocktail auch ohne Alkohol machen?
Ja. Ersetze den Gin durch einen alkoholfreien Gin-Ersatz (z.B. Seedlip Spice 94 oder Lyre’s Dry London Spirit), den Cointreau durch Orangensirup und den Apricot Brandy durch Pfirsich-Sirup. Die Mengen bleiben gleich. Das Ergebnis ist fruchtig-tropisch und optisch identisch – ohne Alkohol, aber mit vollem Geschmack.
Wo stammt der Lady Killer Cocktail her?
Der Lady Killer stammt aus der Schweiz. Er wurde 1984 von Peter Roth in der berühmten Kronenhalle Bar in Zürich kreiert und gewann beim nationalen Barkeeper-Wettbewerb den ersten Platz. Heute ist er ein etablierter Drink in der Schweizer, österreichischen und deutschen Barkultur.
Wann wurde der Lady Killer Cocktail erfunden?
Der Lady Killer Cocktail wurde im Jahr 1984 in der Kronenhalle Bar in Zürich erfunden.
Wer hat den Lady Killer Cocktail erfunden?
Den Lady Killer Cocktail hat Peter Roth erfunden, Barkeeper in der legendären Kronenhalle Bar in Zürich. Er entwickelte ihn für einen nationalen Wettbewerb und gewann damit den ersten Platz.