Kartoffeln kochen ist eine der grundlegenden Kochtechniken – und mit dem richtigen Vorgehen gelingen sie immer perfekt: außen zart, innen durch, ohne zu zerfallen. Ob als Beilage zu Fleisch und Fisch oder als Basis für Pürée, Suppen und Aufläufe – gekochte Kartoffeln sind vielseitig einsetzbar. Entscheidend sind die richtige Sorte, gleichmäßige Stückgröße und das Ansetzen in kaltem Wasser.

Zutaten für Kartoffeln kochen

Zutaten für Portionen

ZutatMengeHinweise
Kartoffeln1 kgvorwiegend festkochend, z. B. Rosara oder Christa
Salz1 TLfür das Kochwasser
Wasserso viel, dass die Kartoffeln knapp bedeckt sind

Zubereitung

  1. Kartoffeln vorbereiten: Die Kartoffeln unter fließendem Wasser gründlich waschen. Dann schälen, dunkle Stellen und Keime großzügig herausschneiden. Je nach Größe die Kartoffeln halbieren oder vierteln – gleich große Stücke garen gleichmäßig.
  2. In kaltem Wasser ansetzen: Die vorbereiteten Kartoffeln in einen Topf legen und mit so viel kaltem Wasser bedecken, dass sie knapp unter der Wasseroberfläche liegen. Das Salz hinzugeben. Wichtig: kaltes Wasser – so garen die Kartoffeln gleichmäßig von innen nach außen.
  3. Aufkochen: Den Topf auf hoher Stufe zum Kochen bringen. Sobald das Wasser kocht, die Hitze auf mittel bis mittel-niedrig reduzieren, damit die Kartoffeln leise köcheln – zu starkes Kochen lässt sie außen zerfallen, bevor der Kern gar ist.
  4. Garzeit abwarten: Die Kartoffeln 15 bis 20 Minuten köcheln lassen. Die genaue Zeit hängt von der Stückgröße ab: Würfel (ca. 2 cm) sind nach 10–12 Minuten gar, Hälften nach 15–18 Minuten, ganze kleine Kartoffeln nach 20–25 Minuten.
  5. Garprobe machen: Mit einem spitzen Messer oder einer Gabel in das dickste Stück stechen. Gleitet es widerstandslos durch – sind die Kartoffeln gar. Spürt man noch leichten Widerstand, weitere 3–5 Minuten köcheln und erneut prüfen.
  6. Abgießen und ausdampfen: Die fertigen Kartoffeln durch ein Sieb abgießen. Den Topf zurück auf den ausgeschalteten Herd stellen und die Kartoffeln 1–2 Minuten offen ausdampfen lassen. Das Ausdampfen verbessert die Konsistenz: die Oberfläche wird trockener und mehlig-weich.

Variationen

Pellkartoffeln kochen: Wer die Nährstoffe schonen möchte, kocht die Kartoffeln ungeschält. Dafür die Kartoffeln mit einer Gemüsebürste kräftig unter Wasser schrubben, in kaltem Salzwasser ansetzen und 20–30 Minuten köcheln. Nach dem Abgießen kurz unter kaltem Wasser abschrecken – die Schale lässt sich dann noch warm leicht abziehen. Pellkartoffeln eignen sich besonders für Kartoffelsalat, da die Stücke fest bleiben.

Dampfgaren: Im Dampfeinsatz oder Dampfgarer gelingen Kartoffeln besonders nährstoffschonend, da keine Inhaltsstoffe ins Kochwasser übergehen. Ganze Kartoffeln brauchen dabei etwa 25–30 Minuten, Stücke ca. 15–20 Minuten.

Die richtige Sorte wählen: Vorwiegend festkochende Sorten (z. B. Rosara, Christa) sind die vielseitigste Wahl – sie behalten ihre Form beim Kochen, eignen sich aber auch für Pürée. Mehligkochende Sorten (z. B. Adretta, Ackersegen) zerfallen beim Kochen leicht und sind ideal für cremiges Kartoffelpürée, Kartoffelsuppe oder Klöße. Festkochende Sorten (z. B. Linda, Sieglinde) bleiben nach dem Kochen fest und schnittfest – perfekt für Kartoffelsalat oder Salzkartoffeln als Beilage.

Neue Kartoffeln: Junge Kartoffeln der Frühsaison haben eine besonders dünne Schale und einen milden Geschmack. Sie müssen nur 12–15 Minuten köcheln und brauchen nicht geschält zu werden – einfach gut schrubben.

Herkunft der Kartoffel

Die Kartoffel stammt aus dem Andenhochland von Peru und Bolivien, wo sie seit mindestens 7.000 Jahren angebaut wird. Die Inkas kannten bereits über 400 Sorten und beherrschten das Gefriertrocknen: Knollen wurden abwechselnd Nachtfrost und Sonnenhitze ausgesetzt, um haltbares Chuño herzustellen.

Spanische Conquistadoren brachten die Kartoffel im 16. Jahrhundert nach Europa – zunächst wurde sie nur als Zierpflanze wegen ihrer hübschen Blüten kultiviert. Der Weg vom Zierobjekt zum Grundnahrungsmittel dauerte rund 200 Jahre, denn viele Menschen misstrauten der fremdartigen Knolle und hielten sie für giftig.

Den entscheidenden Schub in Deutschland gab Friedrich der Große: Er erkannte in der ertragreichen Kartoffel eine Lösung gegen Hungersnöte und erließ zwischen 1746 und 1778 insgesamt 15 sogenannte Kartoffelbefehle. Seine berühmte Methode: Er ließ Kartoffeläcker mit Soldaten bewachen – woraufhin die Bauern die Knollen nachts stahlen, überzeugt davon, etwas Wertvolles zu ernten.

Heute ist die Kartoffel nach Reis, Weizen und Mais das viertwichtigste Grundnahrungsmittel der Welt, mit einer Jahresproduktion von über 380 Millionen Tonnen.


Wie lange muss man Kartoffeln kochen?

Die Kochzeit hängt von der Stückgröße ab: Kartoffelwürfel (ca. 2 cm) sind nach 10–12 Minuten gar, halbierte oder geviertelten Kartoffeln nach 15–20 Minuten, ganze mittelgroße Kartoffeln nach 20–25 Minuten. Am sichersten ist die Garprobe: Ein Messer sollte widerstandslos durch die dickste Stelle gleiten.

Soll man Kartoffeln in kochendes oder kaltes Wasser geben?

Kartoffeln immer in kaltem Wasser ansetzen – nicht in bereits kochendes Wasser geben. Kaltes Wasser sorgt dafür, dass die Kartoffeln gleichmäßig von innen nach außen garen. Bei kochendem Wasser würde die Außenseite zu schnell weich werden, während der Kern noch roh ist – die Kartoffeln zerfallen außen, bevor sie innen gar sind.

Wie lange kocht man vorwiegend festkochende Kartoffeln?

Vorwiegend festkochende Kartoffeln in Stücken brauchen 15–20 Minuten, ganze Exemplare mittlerer Größe etwa 20–25 Minuten. Sie behalten beim Kochen ihre Form besser als mehligkochende Sorten und eignen sich daher als Beilage, für Gratin oder Pellkartoffeln. Die Garprobe mit einem Messer ist immer die verlässlichste Methode.

Wie lange soll man Kartoffeln im Wasser lassen?

Kartoffeln können nach dem Schälen und Schneiden kurz im kalten Wasser liegen – das verhindert, dass sie durch Oxidation braun werden. Länger als 30 Minuten sollte man sie aber nicht im Wasser lassen, da sonst wasserlösliche Nährstoffe wie Vitamin C und Kalium ausgewaschen werden. Am besten die Kartoffeln kurz vor dem Kochen schälen und direkt in den Topf geben.

Welche Kartoffelsorte eignet sich am besten zum Kochen?

Das hängt vom gewünschten Ergebnis ab: Vorwiegend festkochende Sorten (Rosara, Christa) sind die vielseitigste Wahl – sie behalten ihre Form und eignen sich als Beilage, für Salat und Aufläufe. Mehligkochende Sorten (Adretta, Ackersegen) zerfallen beim Kochen und sind ideal für Pürée, Suppen und Knödel. Festkochende Sorten (Linda, Sieglinde) bleiben nach dem Kochen schnittfest – perfekt für Kartoffelsalat.

Kann man Kartoffeln vorkochen?

Ja, gekochte Kartoffeln lassen sich gut vorbereiten. Im Kühlschrank halten sie sich 2–3 Tage in einem verschlossenen Behälter. Zum Wiedererwärmen einfach kurz in heißem Wasser erwärmen oder in der Pfanne mit etwas Öl schwenken. Vorgekochte Kartoffeln eignen sich auch hervorragend für Aufläufe oder Bratkartoffeln am nächsten Tag.

Woher kommt der Name Kartoffel?

Das Wort „Kartoffel“ leitet sich vom italienischen „Tartufoli“ (Trüffelchen) ab – die Knollen erinnerten die ersten europäischen Betrachter an unterirdisch wachsende Trüffeln. Über verschiedene Dialektformen (Tartuffel, Erdapfel) entstand schließlich der heute gebräuchliche Name. In Österreich und Bayern heißt die Kartoffel noch immer „Erdapfel“.