
Die Grießnockerlsuppe ist ein Sonntagsgericht aus der Wiener Küche – klare Rinderbrühe mit zarten, flaumigen Nockerln aus Hartweizengrieß, Butter und Ei. Das Rezept ist mit wenigen Zutaten gemacht, der Schlüssel liegt in der richtigen Technik: zimmerwarme Zutaten, ausreichend Quellzeit und niemals kochen lassen.
Zutaten für Grießnockerlsuppe
Für die Grießnockerl
| Zutat | Menge | Hinweise |
|---|---|---|
| Butter | 50 g | zimmerwarm |
| Hartweizengrieß | 100 g | |
| Eier | 2 Stück | Gr. M, zimmerwarm |
| Salz | 0.5 TL | |
| Muskatnuss | 1 Prise | frisch gerieben |
Für die Suppe
| Zutat | Menge | Hinweise |
|---|---|---|
| Rinderbrühe | 1.2 l | selbst gekocht oder aus dem Glas |
| Schnittlauch | 10 g | zum Garnieren |
Zubereitung
- Zutaten temperieren: Butter und Eier mindestens 30 Minuten vor der Zubereitung aus dem Kühlschrank nehmen. Zimmerwarme Zutaten sind der wichtigste Faktor für flaumige Nockerl – kalte Butter verbindet sich nicht richtig mit dem Ei und der Teig wird zäh.
- Butter schaumig rühren: Die zimmerwarme Butter mit einem Schneebesen oder Handmixer 3-4 Minuten schaumig rühren, bis sie hell und luftig ist. Je länger gerührt wird, desto zarter werden die Nockerl am Ende.
- Eier einarbeiten: Die zimmerwarmen Eier einzeln nacheinander unterrühren. Nach jedem Ei kurz weiterrühren, bis die Masse vollständig glatt ist, bevor das nächste Ei dazukommt.
- Grieß einrühren und rasten lassen: Hartweizengrieß, Salz und Muskatnuss zugeben und alles gut verrühren. Die Masse 15-20 Minuten bei Zimmertemperatur quellen lassen. Je länger der Teig rastet, desto stichfester und formbarer werden die Nockerl – bis zu 50 Minuten sind möglich.
- Probe-Nockerl testen: Einen kleinen Probe-Nockerl mit zwei Löffeln formen und in leicht siedendes Salzwasser geben. Bleibt er zusammen und behält die Form? Dann ist die Konsistenz perfekt. Zerfällt er, einen weiteren Esslöffel Grieß einrühren, 5 Minuten mehr rasten lassen und erneut testen.
- Nockerl formen und garen: Die Löffel in heißes Wasser tauchen, damit die Masse nicht klebt. Mit zwei feuchten Esslöffeln Nockerl abstechen und leicht in Form bringen. Die Rinderbrühe erhitzen, bis sie leicht siedet – sie darf nicht sprudelnd kochen, sonst zerfallen die Nockerl. Alle Nockerl einlegen und 15-20 Minuten bei milder Hitze ziehen lassen. Tipp: Nockerl verdoppeln ihr Volumen beim Garen – deshalb kleiner formen als gewünscht.
- Servieren: Die fertige Grießnockerlsuppe in vorgewärmten Suppentellern oder -schalen anrichten. Mit frisch geschnittenem Schnittlauch bestreuen und sofort servieren.
Tipps für perfekte Grießnockerl
Die häufigste Frage bei der Grießnockerlsuppe ist, warum die Nockerl zerfallen oder hart werden. Mit diesen Tipps gelingt die Suppe zuverlässig.
Zimmertemperatur ist Pflicht. Butter und Eier müssen wirklich Zimmertemperatur haben. Kalte Butter lässt sich nicht schaumig rühren, und das Ei verbindet sich nicht gleichmäßig – das Ergebnis ist ein grober Teig mit zähen Nockerln statt luftigen.
Quellzeit nicht abkürzen. Mindestens 15 Minuten sollte der Teig rasten, damit der Grieß die Flüssigkeit aufnehmen kann. Wer Zeit hat, lässt den Teig 30-50 Minuten bei Zimmertemperatur stehen oder schiebt ihn 15 Minuten in den Kühlschrank – dort wird er stichfester und lässt sich besser formen.
Der Probe-Nockerl ist Pflicht. Jedes Ei ist anders groß, jede Butter hat andere Eigenschaften. Deshalb immer einen Probe-Nockerl machen bevor alle geformt werden. Zerfällt er, einfach mehr Grieß einrühren.
Klare Brühe behalten. Wer auf eine besonders klare Suppe Wert legt, gart die Nockerl zunächst in leicht gesalzenem Wasser vor und gibt sie erst vor dem Servieren in die heiße Brühe. So trübt die Stärke aus dem Grieß die Suppe nicht ein.
Löffel immer befeuchten. Zwischen jedem Nockerl die Löffel in heißes Wasser tauchen. Trockene Löffel kleben am Teig fest und die Nockerl verlieren ihre Form.
Einfrieren möglich. Fertig gegarte Nockerl lassen sich einfrieren. Einfach auskühlen lassen, auf einem Backblech einfrieren und dann in einen Beutel umfüllen. Zum Auftauen direkt in heiße Brühe geben und ca. 20 Minuten ziehen lassen.
Variationen
Hühnerbrühe statt Rinderbrühe ergibt eine mildere, leichtere Suppe – besonders angenehm für Kinder oder wenn die Grießnockerlsuppe als Vorspeise vor einem kräftigen Hauptgang steht.
Vegetarische Variante: Eine gute selbst gekochte Gemüsebrühe aus Karotten, Sellerie, Petersilienwurzel und Zwiebeln funktioniert gut als Basis. Wer eine besonders aromatische Gemüsebrühe selbst kochen möchte, findet das Rezept auf rezept.biz.
Hartweizengrieß vs. Weichweizengrieß: Hartweizengrieß gibt festere, formstabilere Nockerl. Weichweizengrieß (Typ 405 oder Wiener Grießklöße-Grieß) ergibt zartere, weichere Nockerl – die österreichische Tradition bevorzugt Weichweizengrieß, was erklärt warum viele Wiener Rezepte auf besonders flaumige Nockerl schwören.
Vollkorngrieß ist eine nussigere, gehaltvollere Variante mit mehr Ballaststoffen. Die Nockerl werden etwas dunkler, der Geschmack rustikaler.
Petersilie statt Schnittlauch zum Garnieren – beide funktionieren. In Bayern wird traditionell mehr Petersilie verwendet, in Wien und Österreich eher Schnittlauch.
Mit selbst gekochter Rindssuppe: Wer die maximale Tiefe im Geschmack will, kocht die Brühe selbst. Eine Rindfleischsuppe aus Beinfleisch, angerösteten Zwiebeln und Suppengemüse braucht 3-4 Stunden, liefert aber eine goldene, aromatische Brühe, die die Nockerl auf ein anderes Niveau hebt.
Die Geschichte der Grießnockerlsuppe
Die Grießnockerlsuppe gehört zum Kernbestand der Wiener Küche und ist dort eng mit dem Sonntagsmahl verbunden. Früher war die Rindssuppe mit Einlage das festliche Gericht, das die Woche einleitete – und die Grießnockerl waren eine der beliebtesten Einlagen neben Leberknödeln, Fritatten und Markklößchen.
Die Bezeichnung variiert regional: In Wien und ganz Österreich heißen sie Grießnockerl, in Bayern und Süddeutschland sind sie als Grießklößchen oder Griesnockerl bekannt. Die Grundtechnik – Butter, Grieß, Ei – ist in allen Varianten identisch, nur die Grießsorte und das genaue Mengenverhältnis unterscheiden sich.
Das Gericht spiegelt die österreichische Kochphilosophie wider: mit einfachsten Zutaten etwas Zartes und Aromatisches herstellen. Die Nockerl bestehen aus weniger als fünf Zutaten – was zählt, ist ausschließlich die Technik.
Wie werden Grießnockerl fluffig?
Flaumige Grießnockerl entstehen durch drei Faktoren: zimmerwarme Zutaten (Butter und Eier mindestens 30 Minuten vor der Zubereitung aus dem Kühlschrank nehmen), ausreichend Quellzeit für den Teig (mindestens 15, besser 30 Minuten) und langes Rühren der Butter vor dem Einarbeiten des Grießes. Butter muss wirklich schaumig und luftig gerührt sein – das ist die Basis für die lockere Textur.
Warum bleiben Grießnockerl hart?
Harte Grießnockerl entstehen meist durch zu wenig Quellzeit oder zu kalte Zutaten. Kalte Butter lässt sich nicht richtig schaumig rühren, der Teig wird kompakt statt luftig. Auch ein zu hoher Grießanteil macht die Nockerl fest. Außerdem darf die Brühe beim Garen nicht kochen – sprudelndes Wasser macht die Nockerl ebenfalls zäh. Nur leicht simmern lassen und 15-20 Minuten ziehen lassen.
Was ist Grießnockerlsuppe?
Grießnockerlsuppe ist eine klare Suppe aus der Wiener Küche, bei der kleine Nockerl aus Hartweizengrieß, Butter und Ei in Rinderbrühe gegart werden. Sie zählt zu den traditionellen Suppeneinlagen der österreichischen Hausmannskost und wird klassisch als Vorspeise serviert. Regional ist sie auch als Griessnockerlsuppe oder Grießklößchensuppe bekannt.
Kann ich Grießnockerl vorbereiten und einfrieren?
Ja. Fertig gegarte Grießnockerl lassen sich gut einfrieren. Dazu die Nockerl auskühlen lassen, auf einem Backblech kurz anfrieren und dann in Gefrierbeutel abfüllen. Haltbar bis zu 3 Monate. Zum Aufwärmen die gefrorenen Nockerl direkt in heiße Brühe geben und 15-20 Minuten ziehen lassen. Nicht in der Mikrowelle erwärmen, da sie dadurch hart werden können.
Hartweizengrieß oder Weichweizengrieß - was ist besser?
Hartweizengrieß ergibt festere, formstabilere Nockerl, die beim Garen besser zusammenhalten. Weichweizengrieß macht die Nockerl zarter und flaumiger – das ist die österreichische Tradition. Für Einsteiger empfiehlt sich Hartweizengrieß, weil er verzeihender ist. Wer sehr zarte Nockerl liebt, kann mit Weichweizengrieß experimentieren und dabei genau auf den Probe-Nockerl achten.
Wie lange sind Grießnockerlsuppe und Nockerl haltbar?
Frisch zubereitete Grießnockerlsuppe hält sich im Kühlschrank 2-3 Tage. Die Nockerl nehmen allerdings über Zeit Flüssigkeit auf und werden weicher. Am besten Nockerl und Brühe getrennt aufbewahren und erst beim Aufwärmen zusammengeben. Eingefroren halten Nockerl ohne Brühe bis zu 3 Monate.
Wie viele Kalorien hat Grießnockerlsuppe
Eine Portion Grießnockerlsuppe (ca. 300 ml Suppe mit Nockerln) hat rund 240 Kilokalorien. Davon entfallen 13,6 g auf Fett, 17,4 g auf Kohlenhydrate und 11,3 g auf Eiweiß. Den größten Kalorienanteil trägt die Butter in den Nockerln. Wer Kalorien sparen möchte, kann die Buttermenge auf 30 g reduzieren – das spart etwa 50 kcal pro Portion, die Nockerl werden aber etwas fester.