Grünkohl Rezept

Grünkohl ist das Wintergemüse des Nordens – gegart mit Speck, Zwiebeln, Schmalz und Senf zu einem herzhaften Eintopf, der zusammen mit Kasseler, Kochwurst und Salzkartoffeln serviert wird. Er schmeckt nach dem ersten Frost am besten, weil die Kälte die Stärke in Zucker umwandelt. Ein echtes Soulfood für die kalte Jahreszeit.

Zutaten für Grünkohl

Zutat Menge Hinweise
Grünkohl 1 kg frisch, geputzt; oder 600 g TK
Bauchspeck 200 g gewürfelt oder am Stück
Zwiebeln 2 Stück gewürfelt
Schweineschmalz oder Butterschmalz 2 EL
Gemüsebrühe 300 ml
mittelscharfer Senf 1 EL
Zucker 1 TL
Salz und Pfeffer nach Geschmack
Kasseler oder Kochwurst 4 Stück zum Servieren

Zubereitung

  1. Grünkohl vorbereiten: Frischen Grünkohl waschen, Blätter vom Strunk reißen und grob zupfen. Dicke Stiele entfernen. TK-Grünkohl direkt verwenden.
  2. Speck und Zwiebeln anbraten: Schmalz in einem großen Topf erhitzen. Speck bei mittlerer bis hoher Hitze anbraten, bis er etwas Farbe bekommt. Zwiebeln dazugeben und 5 Minuten glasig dünsten.
  3. Grünkohl garen: Grünkohl dazugeben und unter Rühren zusammenfallen lassen. Mit Brühe aufgießen, Senf, Zucker, Salz und Pfeffer einrühren. Aufkochen lassen, dann Hitze reduzieren und zugedeckt 50–60 Minuten bei niedriger Hitze schmoren. Gelegentlich umrühren.
  4. Kasseler oder Wurst wärmen: In den letzten 15 Minuten Kasseler oder Wurst auf den Grünkohl legen und mitgaren. Nochmals abschmecken.
  5. Servieren: Mit Salzkartoffeln und Senf servieren. Wer Grünkohl original norddeutsch essen möchte, ergänzt mit Pinkel (geräucherte Grützwurst aus Norddeutschland).

Grünkohl im Norden

Grünkohl hat in Norddeutschland – besonders in Oldenburg, Bremen und Niedersachsen – Kultcharakter. Von November bis März finden traditionelle Kohlfahrten statt: Wanderungen mit Bollerwagen, Schnaps und anschließendem Grünkohlessert. Das erste nachweisliche Grünkohl-Essen in Bremen stammt aus dem Jahr 1545. Warum nach dem Frost? Die Kälte baut Stärke zu Zucker ab – der Kohl wird milder und süßlicher.

Variationen

Wer ein milderes Kohlgemüse sucht, findet bei uns auch ein Wirsing Rezept – zarter im Geschmack und schneller gegart.

Vegan: Speck weglassen, Schmalz durch Öl ersetzen, mehr Senf und Rauchpaprika für Tiefe. Als Chips: Grünkohlblätter mit Olivenöl und Salz bei 150 °C 20 Minuten backen – knusprige Kale Chips. Smoothie: Roh püriert mit Apfel, Ingwer und Zitrone – der klassische Green Smoothie aus dem Fitnessbereich.

Wie koche ich Grünkohl?

Blätter vom Strunk zupfen, waschen und grob zerkleinern. In Schmalz mit Speck und Zwiebeln anbraten, mit Brühe aufgießen und 50–60 Minuten bei niedriger Hitze schmoren. Senf, Salz, Pfeffer und etwas Zucker zum Abschmecken.

Warum muss Grünkohl so lange gekocht werden?

Die Blätter sind faserig und zäh – erst nach langer Garzeit werden sie weich und verlieren ihre Bitterkeit. Außerdem entwickeln sich die Aromen durch das Schmoren tiefer. Wer Grünkohl nach 20 Minuten kostet, versteht die langen Garzeiten sofort.

Wann darf man Grünkohl nicht essen?

Frischer Grünkohl schmeckt am besten nach dem ersten Frost – ab November. Vor dem ersten Frost kann er herb und sehr bitter sein. Die Regel gilt für frischen Feldkohl; TK-Grünkohl ist das ganze Jahr über erhältlich und bereits blanchiert.

Wie gesund ist Grünkohl wirklich?

Sehr. Grünkohl enthält mehr Vitamin C als Orangen, mehr Kalzium als Milch und viel Vitamin K, Eisen und Antioxidantien. Er ist ein echtes Supergemüse – aber das gilt auch für viele andere Kohlsorten, die weniger gehypt werden.

Kann man Grünkohl einfrieren?

Ja – frischen Grünkohl erst blanchieren (2–3 Minuten in Salzwasser, dann abschrecken), dann einfrieren. Fertig gegarter Grünkohl lässt sich portionsweise einfrieren und bis zu 6 Monate aufbewahren. Er schmeckt aufgewärmt genauso gut wie frisch.