
Der Katalanische Käsekuchen vereint zwei Welten: die cremige Fülle eines Käsekuchens mit den unverwechselbaren Aromen der Crema Catalana. Zimt und Zitronenschale durchziehen die samtige Frischkäsemasse, während eine knackige Karamellkruste den krönenden Abschluss bildet. Ein Kuchen, der nach Sonne, Mittelmeer und katalanischer Lebensfreude schmeckt.
Zutaten für Katalanischen Käsekuchen
Für den Keksboden:
| Zutat | Menge | Hinweise |
|---|---|---|
| Butterkekse | 200 g | z. B. Digestive |
| Butter | 80 g | geschmolzen |
| Zimt | 1 Prise | gemahlen |
Für die Käsemasse:
| Zutat | Menge | Hinweise |
|---|---|---|
| Frischkäse | 600 g | Doppelrahmstufe, Raumtemperatur |
| Zucker | 150 g | |
| Eier | 4 Stück | Größe M, Raumtemperatur |
| Sahne | 200 ml | |
| Speisestärke | 2 EL | Maisstärke |
| Zitrone | 1 Stück | Schale fein abgerieben, unbehandelt |
| Orange | 1 Stück | Schale fein abgerieben, unbehandelt |
| Zimt | 1 TL | gemahlen, Ceylon |
| Salz | 1 Prise |
Für die Karamellkruste:
| Zutat | Menge | Hinweise |
|---|---|---|
| Zucker | 4 EL | fein, zum Karamellisieren |
Zubereitung
- Keksboden zubereiten: Backofen auf 170°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Butterkekse fein zerbröseln. Geschmolzene Butter und Zimt unterrühren. Die Mischung in eine gefettete Springform (24 cm) drücken und fest andrücken. 10 Minuten im Ofen vorbacken, dann herausnehmen und abkühlen lassen.
- Käsemasse anrühren: Frischkäse und Zucker mit dem Schneebesen glatt rühren, bis sich der Zucker aufgelöst hat. Eier einzeln unterrühren und jeweils gut verrühren. Sahne und Speisestärke zugeben und glattrühren.
- Aromen einarbeiten: Zitronen- und Orangenschale fein abreiben und zusammen mit dem Zimt und der Prise Salz unter die Käsemasse heben. Alles nochmals gut verrühren, bis eine glatte, homogene Masse entsteht.
- Backen: Die Masse auf den vorgebackenen Boden gießen. Im Ofen bei 170°C 45-50 Minuten backen. Der Kuchen ist fertig, wenn der Rand fest ist, die Mitte aber noch leicht wackelt. Den Ofen ausschalten, die Tür einen Spalt öffnen und den Kuchen 15 Minuten im Ofen ruhen lassen.
- Abkühlen lassen: Den Kuchen vollständig auf Raumtemperatur abkühlen lassen, dann mindestens 4 Stunden (besser über Nacht) im Kühlschrank fest werden lassen.
- Karamellkruste herstellen: Kurz vor dem Servieren die Oberfläche gleichmäßig mit Zucker bestreuen. Mit einem Bunsenbrenner den Zucker karamellisieren, bis eine goldbraune, knackige Kruste entsteht. Sofort servieren, damit die Kruste knusprig bleibt.
Die Crema Catalana: Europas ältestes Dessert
Der Katalanische Käsekuchen verdankt seine besonderen Aromen der Crema Catalana, einem der ältesten dokumentierten Desserts Europas. Das erste bekannte Rezept stammt aus dem Jahr 1324 und findet sich im mittelalterlichen katalanischen Kochbuch Llibre de Sent Soví. Zum Vergleich: Die französische Crème brûlée tauchte erst 1691 erstmals in einem Kochbuch auf.
Die Crema Catalana ist eine Spezialität aus Katalonien im Nordosten Spaniens. Im Gegensatz zur Crème brûlée wird sie nicht im Wasserbad gebacken, sondern auf dem Herd eingedickt. Statt Sahne verwendet man Milch, statt Vanille kommen Zimt und Zitronenschale zum Einsatz. Traditionell wird sie in einfachen Tonschalen serviert.
In Katalonien heißt sie auch Crema de Sant Josep und wird am Namenstag des Heiligen Josef (19. März) als traditionelle Nachspeise gereicht. Das Karamellisieren erfolgte ursprünglich nicht mit einem Bunsenbrenner, sondern mit einem speziellen, im Feuer erhitzten Brenneisen – ein Werkzeug, das in vielen katalanischen Haushalten noch heute zu finden ist.
Eine bekannte Legende erzählt, dass Nonnen eines katalanischen Klosters einen Flan für den Besuch eines Bischofs zubereiteten. Als dieser zu flüssig geriet, streuten sie kurzerhand Zucker darüber und karamellisierten ihn – die Crema Catalana war geboren.
Variationen
Wer keinen Keksboden möchte, kann den Kuchen auch ohne Boden backen – einfach die Springform mit Backpapier auslegen. Das Ergebnis erinnert dann stärker an einen baskischen Käsekuchen, behält aber die typisch katalanischen Aromen.
Für eine intensivere Zimtnote kann man die Sahne vorab mit einer Zimtstange und Zitronenschale aufkochen und abkühlen lassen. Das entspricht der traditionellen Zubereitung der Crema Catalana und gibt ein volleres Aroma.
Statt Frischkäse lässt sich auch eine Mischung aus Ricotta und Mascarpone verwenden, was dem Kuchen eine leichtere, fast puddingähnliche Konsistenz verleiht. In Katalonien selbst würde man Mató verwenden, einen milden Frischkäse aus Ziegen- oder Kuhmilch.
Für eine sommerliche Variante passt frisches Obst hervorragend dazu: Himbeeren, Erdbeeren oder ein paar Tropfen Orangenblütenwasser vor dem Karamellisieren.
Brauche ich einen Bunsenbrenner für die Karamellkruste?
Ein Bunsenbrenner liefert das beste Ergebnis, ist aber nicht zwingend nötig. Alternativ kann der Zucker unter der heißen Grillfunktion des Backofens karamellisiert werden. Dafür den Ofen auf höchste Stufe Oberhitze vorheizen, den Kuchen für 2-3 Minuten unter den Grill schieben und genau beobachten. Vorsicht: Der Zucker kann sehr schnell verbrennen.
Warum wackelt mein Käsekuchen noch in der Mitte?
Das ist gewollt und völlig richtig. Der Kuchen soll in der Mitte noch leicht wackeln, wenn er aus dem Ofen kommt. Beim Abkühlen und besonders durch die Kühlzeit von mindestens 4 Stunden wird er fest. Wird er zu lange gebacken, verliert er seine cremige Konsistenz und wird trocken und rissig.
Kann ich den Kuchen am Vortag zubereiten?
Ja, der Katalanische Käsekuchen schmeckt sogar besser, wenn er über Nacht im Kühlschrank durchziehen konnte. Die Aromen von Zimt und Zitrone entfalten sich dadurch intensiver. Die Karamellkruste sollte allerdings erst kurz vor dem Servieren aufgebracht werden, da sie sonst durch die Feuchtigkeit des Kuchens weich wird.
Was unterscheidet Crema Catalana von Crème brûlée?
Die Crema Catalana ist deutlich älter als die französische Crème brûlée. Der Hauptunterschied: Crema Catalana wird mit Milch statt Sahne zubereitet und auf dem Herd eingedickt. Aromatisiert wird sie mit Zimt und Zitronenschale, während Crème brûlée Vanille verwendet. Außerdem wird die Crema Catalana nicht im Wasserbad gebacken, sondern direkt auf dem Herd gekocht.
Welcher Zimt eignet sich am besten?
Am besten eignet sich Ceylon-Zimt, der milder und feiner im Aroma ist als der schärfere Cassia-Zimt. Auch in der traditionellen Crema Catalana wird Ceylon-Zimt bevorzugt. Aus gesundheitlicher Sicht ist Ceylon-Zimt ebenfalls die bessere Wahl, da er deutlich weniger Cumarin enthält als Cassia-Zimt.
Kann ich den Käsekuchen auch ohne Boden backen?
Ja, der Kuchen funktioniert auch ohne Keksboden. Dafür die Springform mit Backpapier auslegen und die Käsemasse direkt einfüllen. Der Kuchen wird dann etwas cremiger und erinnert stärker an eine gebackene Crema Catalana. Die Backzeit bleibt gleich.
Was ist Mató und kann ich ihn in Deutschland bekommen?
Mató ist ein milder, ungesalzener Frischkäse aus Katalonien, der aus Ziegen- oder Kuhmilch hergestellt wird. Er hat eine Konsistenz ähnlich wie Ricotta. In Deutschland ist er schwer zu finden. Als Ersatz eignen sich Ricotta, Quark oder eine Mischung aus beiden. Der Geschmack wird etwas anders, aber das Ergebnis ist trotzdem köstlich.
Warum soll der Frischkäse Raumtemperatur haben?
Kalter Frischkäse lässt sich schwerer glatt rühren und es können Klümpchen entstehen. Bei Raumtemperatur verbinden sich alle Zutaten gleichmäßiger, was eine seidig-glatte Käsemasse ergibt. Einfach den Frischkäse etwa 1 Stunde vor der Zubereitung aus dem Kühlschrank nehmen.