Der Martini ist einer der bekanntesten Cocktails der Welt – ein kurzer, trockener Aperitif aus Gin und trockenem Wermut. Gerührt mit Eis und in ein gekühltes Martiniglas abgeseiht, überzeugt er mit klarer Eleganz und intensivem Aroma. Ob mit Olive oder Zitronenzeste: Ein gut gemachter Martini ist unschlagbar schlicht.
Zutaten für den Martini
| Zutat | Menge | Hinweise |
|---|---|---|
| London Dry Gin | 60 ml | z. B. Tanqueray, Hendrick's oder Beefeater |
| Dry Vermouth | 10 ml | z. B. Noilly Prat oder Dolin |
| Orangenbitter | 2 Spritzer | optional, traditionell |
| Eiswürfel | zum Rühren, kommen nicht in den Cocktail | |
| grüne Olive oder Zitronenzeste | 1 Stück | zur Garnitur |
Zubereitung
- Glas kühlen: Das Martiniglas vor der Zubereitung mit Eiswürfeln füllen und beiseite stellen, damit es gut kühlt. Ein kaltes Glas ist entscheidend für die Frische des Cocktails.
- Rührglas befüllen: Gin und Dry Vermouth in ein Rührglas geben. Wer eine traditionellere Note möchte, fügt zwei Spritzer Orangenbitter hinzu.
- Rühren: Großzügig Eiswürfel ins Rührglas geben und den Cocktail ca. 30 Sekunden kräftig rühren – so wird er gleichmäßig kalt und gut verdünnt, ohne trüb zu werden. Im Gegensatz zu James Bonds Vorliebe ist Rühren (nicht Schütteln) die traditionelle Methode für einen klaren Martini.
- Abseihen und servieren: Das Eis aus dem Martiniglas entfernen. Den Cocktail durch ein Barsieb ins gekühlte Glas abseihen. Mit einer grünen Olive am Spieß oder einem Streifen Zitronenzeste garnieren und sofort genießen.
Variationen
Der Martini Cocktail bietet eine bemerkenswerte Bandbreite an Variationen – je nach Gin, Vermouth-Anteil und Garnitur schmeckt er jedes Mal ein wenig anders.
Dry Martini: Ein sehr trockener Martini verwendet noch weniger Vermouth – manche Bartender spülen das Glas nur kurz mit Vermouth aus und schütten ihn wieder weg. Das Ergebnis ist ein fast reiner Gin-Drink.
Dirty Martini: Hier kommt ein Spritzer Olivenlake in den Shaker – das gibt dem Cocktail eine leicht salzige, herzhafte Note. Beliebt bei denen, die Oliven lieben.
Gibson: Statt Olive oder Zitronenzeste kommt eine Cocktailzwiebel ins Glas. Geschmacklich ähnelt er dem Dry Martini, unterscheidet sich aber durch die Garnitur.
Perfect Martini: Verwendet je die Hälfte trockenen und süßen Wermuts. Das Ergebnis ist runder und leicht süßlicher als der klassische Dry Martini.
Vodka Martini: Der Gin wird durch Wodka ersetzt – dieser auch „Vodkatini“ genannte Cocktail ist milder und neutraler im Geschmack. Bekannt wurde er durch James Bonds Bestellung „geschüttelt, nicht gerührt“.
Wer Gin generell mag, findet auch im Gin Sour eine spannende Alternative. Und wer Martini-ähnliche Drinks im Martiniglas bevorzugt, sollte den Appletini ausprobieren – einen fruchtigen Ableger mit Apfelgeschmack. Auch der wermutbasierte Manhattan gehört zur gleichen Cocktail-Familie und ist einen Versuch wert.
Die Geschichte des Martini
Kaum ein Cocktail ist so sehr mit einem Mythos umrankt wie der Martini. Seine Ursprünge sind bis heute nicht eindeutig geklärt – stattdessen konkurrieren mehrere Legenden miteinander.
Als wahrscheinlichster Vorläufer gilt der Martinez, der erstmals 1884 schriftlich erwähnt wurde. Er bestand aus süßem Old Tom Gin, rotem Wermut, Maraschino und Bitters – also einem deutlich süßeren Drink als der heutige Martini. Die erste schriftliche Erwähnung eines Cocktails namens „Martini“ findet sich 1888 in Harry Johnsons Bartender’s Guide: eine Mischung aus Old Tom Gin und Wermut im gleichen Verhältnis.
Im Laufe des späten 19. Jahrhunderts wurde der Martini zunehmend trockener. Bessere Destillationstechniken machten es überflüssig, scharfe Spirituosen mit Süße zu kaschieren. Der Begriff „Dry Martini“ tauchte erstmals 1904 in einem französischen Barbuch auf.
1922 hatte der Martini seine bis heute vertraute Form erreicht: London Dry Gin und trockener Wermut im Verhältnis 2:1, gerührt mit Eis. Seither ist das Verhältnis immer trockener geworden – viele moderne Rezepte arbeiten mit 6:1 oder gar weniger Vermouth.
Weltbekannt wurde der Martini auch durch James Bond, der seinen „Vodka Martini – geschüttelt, nicht gerührt“ bestellte. Eine eigenwillige Variante, die unter Bartendern eher kritisch beäugt wird: Schütteln macht den Drink trüb und etwas wässriger. Die traditionelle Zubereitung bleibt das Rühren.
Wie schmeckt ein Martini-Cocktail?
Ein Martini schmeckt trocken, herb und intensiv. Der Gin bringt botanische Noten – oft Wacholder, Zitrus und Kräuter – während der Dry Vermouth eine leicht blumige, leicht bittere Tiefe hinzufügt. Das Ergebnis ist ein klar strukturierter, hochprozentiger Cocktail ohne Süße. Die Garnitur beeinflusst die Wahrnehmung zusätzlich: Die Olive macht ihn etwas runder und salziger, die Zitronenzeste bringt frische Zitrusnoten in den Vordergrund.
In was für einem Glas wird ein Martini-Cocktail serviert?
Der Martini wird traditionell im Martiniglas serviert – einem konisch geformten Cocktailglas mit langem Stiel. Diese Glasform, auch Y-shaped glass, Cocktailspitz oder Martinikelch genannt, ist seit den 1930er Jahren mit dem Martini verbunden. Das lange Stiel verhindert, dass die Körperwärme der Hand den Cocktail erwärmt. Da ein Martini immer ohne Eis serviert wird (straight up), ist ein vorgekühltes Glas besonders wichtig.
Wo stammt der Martini-Cocktail her?
Der Martini stammt aus den Vereinigten Staaten. Seine genaue Herkunft ist unklar, aber als Entstehungsregion gilt die US-amerikanische Ostküste im späten 19. Jahrhundert. Sein Vorläufer, der Martinez, wurde erstmals 1884 dokumentiert.
Wann wurde der Martini-Cocktail erfunden?
Den Martini in seiner heutigen Form gibt es seit etwa 1888, als Harry Johnson ihn erstmals unter diesem Namen in seinem Bartender’s Guide beschrieb. Der Begriff „Dry Martini“ tauchte erstmals 1904 auf. Seine heute vertraute Form mit London Dry Gin und trockenem Vermouth im Verhältnis 2:1 war um 1922 etabliert.
Wer hat den Martini-Cocktail erfunden?
Die Erfindung des Martini ist nicht eindeutig zuzuschreiben. Harry Johnson beschrieb 1888 als Erster einen Cocktail namens „Martini“ in gedruckter Form. Oft wird auch Jerry Thomas genannt, dessen Bartender’s Guide den verwandten Martinez enthält. Da der Martini vermutlich aus dem breiten Fundus amerikanischer Bar-Tradition heraus entstand, ist er eher eine Gemeinschaftsschöpfung als das Werk eines einzelnen Erfinders.
Gerührt oder geschüttelt – was ist richtig beim Martini?
Traditionell wird ein Martini gerührt, nicht geschüttelt. Das Rühren kühlt den Cocktail gleichmäßig und bewahrt seine Klarheit. Schütteln würde durch die Luftblasen eine leichte Trübung erzeugen und den Drink etwas wässriger machen. James Bonds berühmte Bestellung „geschüttelt, nicht gerührt“ ist zwar weltbekannt, aber aus Bartender-Sicht eher eine Kuriosität als eine Empfehlung.
Was ist der Unterschied zwischen einem Dry Martini und einem Dirty Martini?
Ein Dry Martini enthält sehr wenig oder kaum Vermouth – der Fokus liegt auf dem Gin. Je weniger Vermouth, desto trockener der Martini. Ein Dirty Martini hingegen enthält zusätzlich einen Spritzer Olivenlake, die dem Cocktail eine salzige, herzhafte Note verleiht und ihn optisch leicht trübt. Beide sind Varianten des gleichen Grundrezepts – aber geschmacklich liegen Welten dazwischen.
Was ist der klassische Martini?
Der klassische Martini besteht aus London Dry Gin und Dry Vermouth im Verhältnis 6:1, gerührt mit Eis und in ein gekühltes Martiniglas abgeseiht. Als Garnitur dient entweder eine grüne Olive am Spieß oder ein Streifen Zitronenzeste. Dieses Rezept geht auf das frühe 20. Jahrhundert zurück und hat sich seither als Grundlage aller Martini-Variationen etabliert.