English Muffins haben trotz ihres Namens nichts mit den süßen Muffins zu tun, die wir kennen. Es sind kleine, runde Hefebrötchen mit flacher Form, die traditionell in einer Pfanne statt im Ofen gebacken werden. Diese luftigen Frühstücksbrötchen haben trotz ihres Namens ihren Ursprung nicht in England, sondern wurden von einem britischen Auswanderer in New York erfunden. Mit ihrer charakteristischen porösen Struktur – den berühmten „nooks and crannies“ – sind sie perfekt für Butter, Marmelade oder als Basis für Eggs Benedict.
Zutaten für English Muffins
Zutat | Menge | Hinweise |
---|---|---|
Weizenmehl | 500 g | Type 550 |
Trockenhefe | 7 g | oder 21g frische Hefe |
Salz | 1 TL | |
Zucker | 1 EL | |
Milch | 250 ml | lauwarm |
Butter | 50 g | geschmolzen und abgekühlt |
Ei | 1 Stück | Größe M |
Maisgrieß | zum Bestäuben |
Zubereitung
- Teig vorbereiten: Mehl, Trockenhefe, Salz und Zucker in einer großen Schüssel vermischen. Lauwarm Milch, geschmolzene Butter und Ei verrühren. Die flüssigen Zutaten zu den trockenen geben und etwa 8-10 Minuten zu einem glatten, leicht klebrigen Teig kneten.
- Ersten Gehvorgang: Teig in eine geölte Schüssel geben, abdecken und an einem warmen Ort etwa 1-1,5 Stunden gehen lassen, bis er sich verdoppelt hat.
- Teig formen: Teig auf einer mit Maisgrieß bestäubten Arbeitsfläche etwa 2 cm dick ausrollen. Mit einem runden Ausstecher (etwa 8-10 cm Durchmesser) 12 Kreise ausstechen. Teigreste erneut zusammenkneten und ausrollen.
- Zweiten Gehvorgang: Die Teiglinge auf ein mit Maisgrieß bestäubtes Backblech setzen, mit Maisgrieß bestreuen und mit einem Tuch abdecken. Weitere 30-45 Minuten gehen lassen.
- In der Pfanne backen: Eine schwere Pfanne (idealerweise Gusseisen) bei niedriger bis mittlerer Hitze ohne Öl vorheizen. Etwas Maisgrieß in die Pfanne streuen. Die Muffins portionsweise von jeder Seite 6-8 Minuten goldbraun backen, bis sie hohl klingen.
- Abkühlen und servieren: English Muffins auf einem Gitterrost auskühlen lassen. Vor dem Servieren mit einer Gabel rundum einstechen und auseinanderreißen (niemals schneiden!). Nach Belieben rösten und mit Butter, Marmelade oder als Basis für Eggs Benedict servieren.
Die amerikanische Erfindung aus England
English Muffins haben eine faszinierende Entstehungsgeschichte. Trotz ihres Namens sind sie keine englische, sondern eine amerikanische Erfindung. Samuel Bath Thomas, ein Auswanderer aus Plymouth, England, kreierte sie 1874 in New York City. Thomas arbeitete zunächst in einer Bäckerei und entwickelte seine eigene Version der englischen Crumpets – dünnere, vorgeschnittene Varianten, die er später als „English Muffins“ vermarktete.
1880 eröffnete Thomas seine eigene Bäckerei in der Ninth Avenue in Manhattan. Das Geschäft florierte so sehr, dass er 1880 eine zweite Filiale in der West 20th Street eröffnen musste – ein Gebäude, das heute als „The Muffin House“ bekannt ist. 1926 ließ Thomas seinen Namen als Marke registrieren, und die Firma Thomas‘ existiert bis heute.
Interessant ist, dass English Muffins in England erst in den 1990er Jahren bekannt wurden, als Amerika begann, sie zu exportieren. In britischen Supermärkten werden sie als „American Muffins“ oder „Breakfast Muffins“ verkauft, um sie von den traditionellen englischen Muffins zu unterscheiden.
Von Muffin Men zu Fastfood-Imperien
Die Wurzeln der English Muffins reichen bis ins 10. Jahrhundert nach Wales zurück, wo aus „bara mean“ – einem hefegetriebenen Kuchen – ähnliche Brote entstanden. Im 18. und 19. Jahrhundert verkauften in London sogenannte „Muffin Men“ ihre warmen Brötchen von Tür zu Tür und kündigten sich mit Glocken an – eine Tradition, die im Kinderlied „The Muffin Man“ verewigt wurde.
Heute sind English Muffins ein Grundnahrungsmittel des amerikanischen Frühstücks geworden. Große Fastfoodketten machten sie mit ihren Frühstückssandwiches weltberühmt, und sie sind unverzichtbar für Gerichte wie Eggs Benedict. Die berühmten „nooks and crannies“ (Nischen und Ritzen) entstehen durch das traditionelle Auseinanderreißen mit einer Gabel statt dem Schneiden mit einem Messer.
Fun Facts
Das Geheimrezept der ursprünglichen Thomas‘ English Muffins wird nur von sieben Personen weltweit gekannt – eine der bestgehüteten Rezepturen der Backwarenindustrie. Die Firma Thomas‘ wurde über die Jahre mehrfach verkauft und gehört heute zu Bimbo Bakeries USA.
In Deutschland werden English Muffins als „Toastbrötchen“ verkauft und im selben Regal wie Toastbrot gelagert. Sie sind vorgeschnitten und werden meist getoastet serviert.
Ein besonderer Hersteller war Louis Wolferman, der 1910 in Kansas City begann, English Muffins in gewaschenen Thunfischdosen zu backen. Diese Methode ergab die charakteristisch dicken, hockey-puck-förmigen Wolferman’s English Muffins, die bis heute nach dem Originalrezept von 1910 hergestellt werden.
Warum werden English Muffins nicht geschnitten, sondern mit der Gabel geteilt?
Das Teilen mit der Gabel („fork splitting“) ist traditionell und erzeugt eine raue, unregelmäßige Oberfläche mit mehr „nooks and crannies“. Diese poröse Struktur nimmt Butter, Marmelade oder andere Beläge besser auf als eine glatte, geschnittene Oberfläche.
Sind English Muffins wirklich englisch?
Nein, English Muffins sind eine amerikanische Erfindung aus dem Jahr 1874. Samuel Bath Thomas, ein englischer Auswanderer in New York, kreierte sie als dünnere Version der englischen Crumpets. In England werden sie heute als „American Muffins“ verkauft.
Was ist der Unterschied zwischen English Muffins und Crumpets?
Crumpets haben einen lockereren Teig und werden nur auf einer Seite in Metallringen gebacken, wodurch charakteristische Löcher an der Oberseite entstehen. English Muffins werden auf beiden Seiten gebacken, sind fester und haben kleinere Poren gleichmäßig verteilt.
Warum werden English Muffins in der Pfanne und nicht im Ofen gebacken?
Das Backen in der Pfanne oder auf einem Griddle bei niedriger Temperatur sorgt für die charakteristische Textur und verhindert, dass die Muffins zu schnell bräunen. Die gleichmäßige Hitze von unten und das langsamere Garen ergeben die typische Konsistenz.
Kann ich English Muffins einfrieren?
Ja, English Muffins lassen sich hervorragend einfrieren. Nach dem Backen und Abkühlen portionsweise einfrieren. Zum Servieren auftauen lassen, mit der Gabel teilen und toasten. Sie schmecken wie frisch gebacken.
Was sind die berühmten 'nooks and crannies'?
„Nooks and crannies“ (Nischen und Ritzen) bezeichnen die kleinen Löcher und unregelmäßigen Hohlräume im Inneren der English Muffins. Sie entstehen durch die Hefegärung und das charakteristische Fork-Splitting. Diese Struktur ist das Markenzeichen von Thomas‘ English Muffins.
Warum heißen sie in Deutschland Toastbrötchen?
In Deutschland werden English Muffins als „Toastbrötchen“ vermarktet, da sie vorgeschnitten verkauft und meist getoastet gegessen werden. Der Name „English Muffins“ ist hier weniger bekannt, und der deutsche Begriff beschreibt treffend ihre Verwendung als Toast-Alternative.
Wer hat English Muffins erfunden?
Samuel Bath Thomas erfand English Muffins 1874 in New York City. Der englische Auswanderer entwickelte sie als dünnere, vorgeschnittene Version der englischen Crumpets und gründete 1880 die Thomas‘ Bakery, die bis heute existiert.