Eine Caipirinha ist ein alkoholischer Cocktail, der ursprünglich aus Brasilien stammt und als brasilianisches Nationalgetränk gilt. Der Name Caipirinha ist eine Verniedlichungsform des brasilianischen Wortes caipira, das Landbewohner bedeutet. Caipirinha heißt also so viel wie „kleiner Provinzler“. Im deutschen Sprachgebrauch wird oft die Kurzform Caipi verwendet und meist wird der Begriff zusammen mit einem maskulinen Artikel gebraucht, obwohl das brasilianische Wort eigentlich feminin ist. Deshalb ist die richtige Bezeichnung auch die Caipirinha.

Die Zutaten einer Caipirinha

Eine Caipirinha besteht aus Cachaça, Limetten, Rohrzucker und Eis. Der Cachaça (sprich Kaschassa) ist ein Zuckerrohr-Schnaps, dessen Alkoholanteil zwischen 38% und48 % beträgt. Es gibt in etwa 600 verschiedene Zuckerrohr-Sorten aus denen 3000 Arten von Cachaça hergestellt werden, die meistens zum Mixen von Caipirinhas verwendet werden. In Brasilien wird der Cocktail in der Regel mit Eiswürfeln gemacht, während in Deutschland meistens Crushed Ice verwendet wird. Ebenso wird in Deutschland der weiße Rohrzucker meist mit braunem Zucker ersetzt. In der Regel wird die Caipirinha in einem Becherglas serviert und mit einer Limettenscheibe garniert. Besonders beliebt ist die Caipirinha im Sommer aufgrund der erfrischenden Wirkung der Limetten. Dieser Cocktail ist eine gute Wahl für Liebhaber von fruchtigen Drinks, die es lieber herb als süß mögen.

Die Entstehung der Caipirinha

Der Cocktail ist wahrscheinlich im späten 19. Jahrhundert in ländlichen Gebieten Brasiliens entstanden, in denen Zuckerrohr angebaut wurde. Die Caipirinha war sozusagen ein Bauern-Cocktail und wurde deshalb von der Oberschicht Brasiliens lange als „billiges Unterschichten-Getränk“ bezeichnet und folglich ignoriert. Die niedere Herkunft des Getränkes erklärt auch, warum es sich erst so spät verbreitet hat. Die Zubereitung hat sich seit der Entstehung der Caipirinha, durch den Einfluss von technologischen Fortschritten, verändert. So wurde zunächst kein Eis verwendet, weil die Kühlungsmöglichkeiten noch nicht vorhanden waren. In den frühen Variantes des Cocktails wurden außerdem die Limetten ausgepresst und nicht in Stücken dem Cocktail beigefügt. Diese Variante des Getränkes wird in Brasilien noch heute als „Pinga com Limão“ serviert.

Die Erfolgsgeschichte der Caipirinha außerhalb von Brasilien begann in den 1920er Jahren in Paris. In den Künstlerkreisen war der exotische Cocktail sehr beliebt und breitete sich von Frankreich in weite Teile Europas und der Welt aus. Nach Deutschland kam der Cocktail erst sehr spät gegen Ende der 1990er Jahre. Mittlerweile ist die Caipirinha so beliebt, dass sie es als „Zeitgenössischer Klassiker“ auf die offizielle Liste der IBA (International Bartenders Association) geschafft hat. Die Caipirinha ist zu einem der bekanntesten Mischgetränke der Welt geworden und man kann sie in fast jeder Cocktailbar bestellen. In Deutschland wird die Caipirinha hauptsächlich als Cocktail am Abend getrunken, aber in Brasilien wird dieses Getränk zu vielen verschiedenen Gelegenheiten, zum Beispiel als Aperitif, zum Mittagessen oder nach dem Essen, gereicht.

Variationen der Caipirinha

Es gibt mittlerweile sehr viele Variationen dieses beliebten Cocktails. In Brasilien wird die Caipirinha oft auch mit anderen Früchten zubereitet, zum Beispiel mit Kiwi, Ananas oder Maracuja. Diese Früchte können natürlich auch in verschiedenen Kombinationen verwendet werden und diese Variante nennt sich dann Caipifruta. Ebenso kann der Cachaça gegen eine andere Alkoholsorte ausgetauscht werden, wie etwa Rum oder Wodka. Diese Mischungen ergeben die sogenannte Caipirissima und Caipiroska, die wohl bekanntesten Varianten der Caipirinha. Man kann die Caipirinha auch alkoholfrei als Ipanema oder Virgin Caipi genießen, indem man den Alkohol durch Ginger Ale oder Red Bull ersetzt.